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Celle Stadt NDR-Satire-Show in Celle aufgezeichnet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt NDR-Satire-Show in Celle aufgezeichnet
16:50 27.02.2012
Fernseh- und Radioaufzeichnung der Satiresendung "Intensiv-Station" des NDR in der Halle 10 der Celler CD-Kaserne am 26.02.2012 Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Wie man es von anderen großen Satire-Shows kennt, lösten sich die Kabarettisten bei ihren Kurzauftritten mehrfach ab. So viel abwechslungsreiches und pointiertes Kabarett kann kein konventioneller Auftritt bieten.

Veranstaltungen, die für Radio und Fernsehen produziert werden, haben ihre eigenen Regeln. Das bemerkte das Publikum schon zu Beginn der Show, als Kabarettist Florian Schröder fünf Minuten vor der Zeit als Stimmungseinpeitscher auf die Bühne kam. Moderator Axel Naumer gab noch ein paar Erläuterungen zum Ablauf und zur Technik. So bat er das Publikum, möglichst gleichmäßig verteilt im Saal zu applaudieren, weil die Sendung in Stereo aufgezeichnet werde. Florian Schröder kehrte auf die Bühne zurück und kam sogleich zu Christian Wulff: Der habe ja unter seinem Pseudonym „Kermit der Frosch“ einige Mail-Boxen zugemüllt. Als Schröder dann im Kermit-Sprachstil den ehemaligen Präsidenten nachäffte, wurde klar, wieso einem die Stimme Wulffs früher schon so bekannt vorgekommen war. Christian Wulff, fuhr Schröder fort, würde seinen Ehrensold gern bekommen, und zwar in bar: „Es sollen noch Hotelrechnungen offen sein.“

Dann nahm Schröder den Kandidaten Gauck auf Korn: Es stelle sich inzwischen die Frage, ob Joachim Gauck wirklich evangelischer Priester gewesen sei: „Eine Frau zu haben, ohne mit ihr zu leben, kannten wir bisher nur von katholischen Priestern.“ Ein gemeinsames Foto von Carsten Maschmeyer, Veronica Ferres und Gauck in der Mitte gebe es auch schon, allerdings habe Maschmeyer gedacht, das sei Otto Rehhagel.

Ein schauspielerisches Kleinod boten die Auftritte von Antonia von Romatowski, die Angela Merkel karikierte, wie es kaum besser gelingen kann: Die Maske perfekt, der sprachliche Diktus kaum zu unterscheiden - und dann noch dieses ski-langlaufartige Füßeschieben beim Weg auf die Bühne - klasse! Wieso sie denn bei Gauck ihre Meinung geändert habe, fragte Moderator Naumer die „Merkel“. „Warum nicht?“, fragte die zurück: „Nun stehe ich da als vom Ende her denkende Strategin. Das mache ich immer so, wenn meine Meinung geändert wird!“

In seiner Rolle als verquerer „Alt-Postler“ hat Hans-Hermann Thielke den kabarettistischen Olymp erklommen. Der kommentierte die vorgesehenen Änderungen für die „zentrale Punktesammelstelle namens Flensburg“. Es solle bei Verkehrsverstößen zukünftig weniger Punkte geben: „Da wird ja mancher Verkehrsrowdy zum Schnäppchen-Jäger!“

Die Organisatoren des NDR hatten bei den insgesamt neun Kabarettisten, die bei der Show zu sehen waren, eine gute Wahl getroffen, denn alle zeigten intelligentes politisches Kabarett, das auf dümmliche Schenkelklopfer verzichten konnte.

Die TV-Aufzeichnung wird am kommenden Donnerstag, 1. März, um 23.30 Uhr im NDR Fernsehen gesendet.

Von Peter Bierschwale