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Celle Stadt NS-Dokuzentrum: Kein Geld für konzeptionelle Vorarbeiten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt NS-Dokuzentrum: Kein Geld für konzeptionelle Vorarbeiten
15:42 03.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Große Anerkennung in den Reihen der Celler Politik hat der Leiter der Niedersächsischen Gedenkstätten, Habbo Knoch, für sein Konzept „Ein Dokumentationszentrum als Lernhaus“ geerntet. Dort sollte als „lebendiger Ort der aktiven Begegnung von Geschichte und Gegenwart“ die Celler NS-Vergangenheit aufgearbeitet werden. Nachdem die Politik sich Anfang 2012 wegen der hohen Sanierungskosten von bis zu 1,4 Millionen Euro bereits vom Torhaus als Standort verabschiedet hat, droht nun auch der konzeptionellen Vorarbeit das Aus. Der Stadt fehlt schlicht das Geld.

Im Kulturausschuss war zuletzt die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen in einem Umfang von 405.000 Euro aus Kostengründen schon auf 250.000 Euro zurecht gestutzt worden. Doch auch diese Summe kann die Stadt nicht aufbringen, wie sich jetzt im Vorfeld der kommenden Sitzung des Kulturausschusses zeigt.

Im Neuen Rathaus sollte man sich um Fördermittel bemühen, lautete der Auftrag der Politik. Ernüchterndes Ergebnis der Anfragen: „Die Verwaltung stellt fest, dass keine der angefragten Einrichtungen sich grundsätzlich positiv über eine Fördermöglichkeit geäußert hat.“ 19 Institutionen hatte die Stadt angeschrieben, 14 erteilten der Bitte um Förderung sofort eine Absage, bei fünf weiteren ist maximal eine Projektförderung zu holen.

In der Politik herrscht Ernüchterung. Amei Wiegel (SPD), Vorsitzende des Kulturausschusses, will nicht um den heißen Brei herum reden. „Im Moment haben wir nicht die finanziellen Mittel, um ernsthaft an das Thema heran zu gehen. Und dieser Moment kann sehr lange dauern“, sagte Wiegel vor dem Hintergrund, dass das Projekt wohl erst wieder angefasst werden kann, wenn sich die Haushaltslage der Stadt verbessert hat.

Die Grünen wollen sich damit nicht zufrieden geben. „Wir müssen jetzt die Zeitzeugen befragen. Dafür sollten wir 50.000 bis 70.000 Euro in die Hand nehmen“, sagte die Grüne Judith Knabe. Wiegel hält davon nichts: „Es bringt nichts, Zeitzeugen zu befragen, wenn man nicht weiß, in welche Richtung das ganze gehen soll“. Gunther Meinrenken