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Celle Stadt NSU-Terror: Celler Objekte auf "10.000er Liste"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt NSU-Terror: Celler Objekte auf "10.000er Liste"
18:28 16.12.2011
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

In dem zerstörten Wohnhaus der Neonazi-Terroristen in Zwickau hatte das BKA diverse Datenträger, Ausdrucke und handschriftliche Notizen sicher gestellt. Auf dieser so genannten „10.000er Liste" stehen auch die CD-Kaserne, der Schlosstheater-Verein und die Kreismusikschule. Die auf den ersten Blick wirre Zusammenstellung erklärt sich möglicherweise dadurch, dass auch die Kreismusikschule und das Schlosstheater auf dem Gelände der CD-Kaserne Räumlichkeiten nutzen. Erstaunlicherweise soll sich ausgerechnet das linke Veranstaltungszentrum Buntes Haus nicht auf der Liste befinden.

Nach Einschätzung der Generalbundesanwaltschaft und des BKA gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Liste in Zusammenhang mit konkreten Anschlagsplanungen der NSU steht. Kai Thomsen, Geschäftsführer der CD-Kaserne, ist entsprechend nicht beunruhigt. „Bei nur 100 Einträgen würde man sich sicherlich anders fühlen“, meinte Thomsen, der mutmaßt, dass die CD-Kaserne auf der „Liste“ gelandet ist, weil die CD-Kaserne schon mehrfach die Ausstellung gegen Rechtsextremismus beherbergt hat.

Unterdessen erklärte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), dass er sich nach der „erschreckenden Mordserie der NSU-Terrorgruppe und den Brandanschlägen“ in seiner Absicht bestärkt sieht, an der heutigen Demonstration gegen die Nazitreffen in Eschede teilzunehmen. Mende rief dazu auf, dass sich möglichst viele Menschen versammeln und deutlich machen, dass weder die Stadt noch der Landkreis Celle eine Heimat für Menschen sind, die menschenverachtenden Ideologien anhängen.