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Celle Stadt Nach Aus für Uni: Celle setzt auf Bildung für Flüchtlinge
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nach Aus für Uni: Celle setzt auf Bildung für Flüchtlinge
16:54 01.04.2016
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Thomas
Celle Stadt

Wie jetzt bekannt wurde, war vor allem der Widerstand aus dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK) zu groß. Die Idee, mit einem Weiterbildungsstudiengang Meister zu Ingenieuren zu qualifizieren und so etwas gegen den Fachkräftemangel zu unternehmen, fand im MWK keine Zustimmung. Neue Hochschulstandorte sind dort nicht gewollt – die Leuphana zog sich zurück.

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) bietet die Flüchtlingssituation nun einen Ansatz, die "Hohe Wende" zu nutzen, um Celle als Bildungsstandort zu positionieren. Eine Idee, die man im Neuen Rathaus schon seit ein paar Monaten verfolgt und für die es sogar Fördermittel geben könnte.

"Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise hat die EU ein Sonderprogramm aufgelegt. Auch in Brüssel hat man erkannt, dass die Flüchtlinge fortgebildet werden müssen, wenn man sie integrieren möchte", erklärt Mende. Und genau dort setze man in Celle mit der Zuwanderungsagentur an. Aktuell haben man einen Antrag auf EU-Förderung in Höhe von 5 Millionen Euro gestellt. Der Eigenanteil der Stadt würde 1,2 Millionen Euro betragen. Über die Anträge wird im Oktober entschieden.

"Mit dem Geld soll die Infrastruktur hergerichtet werden. Außerdem sind 20 Prozent für Betriebskosten vorgesehen", erläutert Mende. Bei der äußerst vielschichtigen Qualifizierung von Flüchtlingen, die einen sehr unterschiedlichen Bildungsgrad aufweisen, sollen auch andere Träger wie unter anderem die Arbeitsagentur, die Berufsbildenden Schulen und die VHS eingebunden werden.

Die Leuphana-Universität werde bei dem Projekt beratend tätig sein. Die im September vom Rat bewilligten 30.000 Euro als Personalkostenzuschuss zur Beantragung des Uni-Projekts – danach hatte jetzt Die Linke/BSG nachgefragt – habe man für dieses Vorhaben nicht angetastet. Allerdings habe man einen kleinen Teil der Summe, etwa um die 2000 bis 3000 Euro verwendet, um externe Hilfe bei der jetzigen Beantragung der EU-Förderung zu finanzieren.