Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Nach Gedo-Aus: Auf Worte sollen jetzt Taten folgen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nach Gedo-Aus: Auf Worte sollen jetzt Taten folgen
14:04 08.11.2010
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Holger Nothnagel, Sprecher der Anti-Center- Initiative „Pro Altstadt“, triumphiert: Anfangs sei man von vielen Politikern „nur belächelt und verhöhnt“ worden – doch dann habe es die Initiative geschafft, durch Informationen am Meinungsumschwung in der Stadt mitzuwirken. Immerhin habe man binnen kürzester Zeit 3500 gegen ein Center gerichtete Unterschriften zusammenbekommen, so Nothnagel.

Innenstadt-Akteur Günter Stachetzki meint, dass Negativ-Beispiel Hameln habe gezeigt, dass auch in Celle die Center-Investoren nur auf einen schnellen Gewinn aus waren: „Dass Investoren diese Investments so sehr schätzen, liegt auf der Hand, denn im Falle Hamelns war die Investoren-Marge innerhalb einer guten Jahresfrist etwa 45 Millionen Euro beim Verkauf der Galerie an einen Investmentfond. Nicht die Stadtentwicklung steht im Vordergrund, sondern das knallharte Investment.“ Es sei gut, dass sich in der Politik nach anfänglicher Euphorie über die Center-Pläne schließlich die vielfach begründete Skepsis durchgesetzt habe, so Stachetzki: „Jetzt ist der Weg frei für die dezentrale Entwicklung unserer Stadt, wenn die Ratsabsicht für die Flächenzusammenlegung innerhalb von Innenstadtgebäuden möglich wird nach dem Motto In der Tiefe liegt die Zukunft und der Denkmalschutz dieses Kriterium nachhaltig unterstützt.“

Das Gedo-Projekt habe sich „selbst ins Abseits gestellt“, als klar wurde, dass seine Macher „viel heiße Luft“ verbreitet hatten, meint Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel: „Diese Entscheidung wird entgegen der Ankündigung von Gedo und der FDP keine negativen Folgen für Celle haben, wenn alle Akteure, nämlich der Einzelhandel, die Verwaltung und die Politik, die Situation als Chance begreifen, notwendige Innenstadtprojekte wie die Ansiedlung von Unterhaltungselektronik, Lebensmittel, junge Mode und Sportartikel voranzutreiben. Auf Worte müssen jetzt weitere Taten folgen.“

Genau das fordert auch SPD-Fraktionschef Jens Rejmann. Gedos Abschied aus Celle bedeute nicht „den drohenden Untergang der Einkaufsinnenstadt Celle und den Verzicht auf Verbesserung des Einkaufsangebotes“, so Rejmann. Jetzt stehe die von der SPD geforderte Alternative einer solitären Ansiedlung von Ankermietern und die Neugestaltung des B-Planes Südwall /Bergstrasse ohne Einkaufscenter zur Debatte: „Die Stadtverwaltung ist nun gefordert umgehend Gespräche und Verhandlungen mit Investoren, Immobiliengesellschaften zur Ansiedlung der gewünschten Ankermieter und eines Lebensmittelversorgers aufzunehmen. Celles Innenstadt hat Zukunft, wenn ein den Altstadtstrukturen angepasstes Konzept der Modernisierung realisiert werden kann.“