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Celle Stadt Nach Rekordfebruar folgt warmer März
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nach Rekordfebruar folgt warmer März
16:21 05.03.2012
Celle Stadt

Auch wenn wir es uns noch so wünschen: Von durchweg frühlingshaften Temperaturen können wir im März noch nicht ausgehen. Grund ist die lange Polarnacht, durch die die Kaltluftproduktion in der Arktis erst im März ihren Höhepunkt erreicht. Damit steht - bei passenden Windrichtungen aus Nord bis Ost – im ersten Frühlingsmonat noch jede Menge Frostluft auf dem Sprung nach Mitteleuropa (Stichwort „Märzwinter“). Andererseits hat die Erwärmung in subtropischen Breiten schon Fortschritte gemacht, sodass uns im März sowohl winterliche, als auch sommerliche Gefühle erfassen können.

Nach den Mittel- und Langfristprognosen verschiedener Wetterdienste, scheint uns der Wettergott in diesem März hold zu sein. Weder sieht es bis zur Monatsmitte nach einem scharfen Wintereinbruch, noch nach Frühlingswetter aus. Zwar ziehen zum Donnerstag mit einer Kaltfront von der Nordsee Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauer herein, doch dieser winterliche Gruß ist nur von kurzer Dauer. Denn schon ab Freitag baut sich ein mächtiges Hoch aus Westen auf, das die Wolken zunehmend verdrängt und die Temperaturen am Wochenende auf zweistellige Werte steigen lässt. Nachtfröste werden dann kaum noch ein Thema sein. In der neuen Woche wird sich das trocken-milde Hochdruckwetter wahrscheinlich fortzusetzen. Allerdings müssen Sonne und Hochnebel – je nach Lange des Hochdruckgebietes – um die Vorherrschaft kämpfen. Und es kommt noch besser: Nach den Monatsvorhersagen des amerikanischen Wetterdienstes soll uns sogar der ganze März mit eher trockenem und zu warmen Wetter erfreuen.

Der Rückblick: Diesmal ging die Witterungsregel „Ist bis Dreikönigstag (6. Januar) kein Winter so kommt auch keiner (kein strenger) mehr dahinter“ voll daneben. Denn an der Südflanke eines mächtigen nordosteuropäischen Hochs erfolgte vom 27. Januar bis 12. Februar aus dem nordsibirischen Raum ein Vorstoß kontinentaler Arktikluft mit extremer Intensität. So war das erste Februardrittel mit einer negativen Temperaturabweichung von rund 10 Grad auch in der Südheide zum kältesten seit 1947 und zur sonnigsten Februardekade seit 1929. In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar sanken die Temperaturen in Teilen der Südheide deutlich unter minus 20 Grad (Waldhof bei Langenbrügge minus 23,3 Grad, Faßberg am Boden minus 27 Grad).

So schnell wie die Kälte kam, ging sie auch wieder. Bereits zur Monatsmitte konnten sich die milden Atlantikwinde mit der gewohnten Stetigkeit dieses Winters wieder durchsetzen. Eine um sechs Grad zu milde letzte Februardekade vermochte die Eisschrankkälte des ersten Drittels nicht aufwiegen, sodass der Februar zwischen Aller und Elbe noch um 1,4 bis 2,1 Grad zu kalt endete. Durch den überwiegend hohen Luftdruck blieb im Kreis Celle – von Nord nach Süd zunehmend – bis zur Hälfte der normalen Niederschläge aus, während sich die Sonne bis zu 40 Prozent länger zeigte als üblich.

Wie von allen seriösen Wetterdiensten in den Jahreszeitenprognosen angedeutet, fiel der Winter 2011/2012 (Dezember bis Februar) im Vergleich zum Klimamittel (1961-1990) zu mild aus. Grund war eine nahezu ununterbrochene Kette atlantischer Tiefausläufer, die zum Teil sehr milde Luftmassen heranführten. Zwischen Aller und Elbe erreichte der Wärmeüberschuss 1,3 bis 1,5 Grad. Wie in atlantisch geprägten Winter üblich gab es jede Menge Niederschlag, fast ausschließlich in flüssiger Form. Im nördlichen Kreisgebiet kam örtlich das Doppelte der normalen Menge runter. Trotz der vielen trüben Tage ließ sich die Sonne häufiger blicken als sonst, wofür vor allem die sonnigen beiden Kältewochen verantwortlich waren.

Die Winterbilanz Celle: Mitteltemperatur 2,3 Grad (1,3 Grad zu warm), Niederschlag 261 Liter pro Quadratmeter (72 Prozent zu nass), 193 Stunden Sonne (32 Prozent über normal); Faßberg: Mitteltemperatur 1,7 Grad (1,6 Grad zu warm), Niederschlag 281 Liter pro Quadratmeter (80 Prozent zu nass).

Der Februar in Celle im Vergleich zum Klimamittel (1961 – 1990)

Monatsmitteltemperatur: -1,0 °C (normal +1,1°C)

Monatsmaximum: 11,1°C (29. Februar)

Monatsminimum -19,9 °C (7. Februar), Erdboden -26,0°C

Frosttage (Min. unter 0°C) 19 (normal 17)

Eistage (Max. unter 0°C 12 (normal 6)

Niederschlag 28 mm (normal 43 mm)

Sonnenschein 92 Std. (normal 65 Std.)

Der Februar in Faßberg im Vergleich zum Klimamittel (1961 – 1990)

Monatsmitteltemperatur: -1,5°C (normal +0,2°C)

Monatsmaximum: 10,8 °C (24. Februar)

Monatsminimum -22,7 °C (7. Februar), Erdboden -27,0°C

Frosttage (Min. unter 0°C) 19 (normal 19)

Eistage (Max. unter 0°C 12 (normal 6)

Niederschlag 31 mm (normal 38 mm)

Sonnenschein keine Messung

Von Reinhard Zakrzewski