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Celle Stadt Nach Wiswe-Kritik: "Nienhagen lebt nicht über seine Verhältnisse"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nach Wiswe-Kritik: "Nienhagen lebt nicht über seine Verhältnisse"
17:24 05.01.2017
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Seine Aussagen kamen in Nienhagen nicht gut an. „Nienhagen lebt jetzt schon seit fünf Jahren nicht mehr über seine Verhältnisse“, sagte Bürgermeister Jörg Makel. „Nienhagen hat über seine Verhältnisse bis 2011 gelebt und genau das hätte Herr Landrat Wiswe ja seinerzeit im Rahmen der Kommunalaufsicht verhindern können. Stattdessen hat er gegenüber den damals politisch Verantwortlichen diplomatische Zurückhaltung geübt und jährlich zunehmender Neuverschuldungen tatenlos zugesehen“, giftete Makel.

Der SPD-Mann verwies zudem darauf, dass die Kommunalaufsicht die Haushaltskonsolidierung der Gemeinde Nienhagen „ausdrücklich gelobt“ habe. „Im Gegensatz zu einer anderen Gemeinde des Landkreises arbeiten wir weiterhin auf Basis genehmigter Haushalte“, stichelte Makel Richtung Wathlingen. „Wenn Herr Landrat Wiswe meint, ein Sorgenkind seines Landkreises nennen zu müssen, dann ist dies ganz gewiss nicht Nienhagen.“

Zurückhaltender äußerte sich der Wathlinger Bürgermeister Torsten Harms. „Der Landrat meint nicht nur die Mitgliedsgemeinde Wathlingen, sondern auch die Samtgemeinde. Das Defizit in Wathlingen stammt ja nicht allein aus den Jahren, in denen der 4G-Park existiert, sondern ist ein Problem, das mit der Schließung des Kaliwerkes und den gestiegenen Erwartungen der Eltern an die Kinderbetreuung einhergegangen ist. Und es stammt auch aus einem Haushalt der Samtgemeinde, der allen Wünschen – zum Beispiel nach Ganztag und zwei Bädern – Rechnung trägt“, sagte Harms.

Die Gemeinde sei im Gespräch mit der Finanzaufsicht der Kreisverwaltung. „Wir werden daran arbeiten, die finanzielle Situation zu verbessern.“ Manche Entlastungen durch Entscheidungen des Kreistags, wie ein höherer Zuschuss für das Kita-Personal oder eine höhere Senkung der Kreisumlage, wären hilfreich. „Mir ist bewusst, dass nur eine hohe Lebensqualität der Landflucht und der einseitigen Entwicklung im demografischen Wandel entgegenwirken kann. Hier den richtigen Weg zu finden, wird die Aufgabe sein“, sagte Harms.

Hambührens Verwaltungschef Thomas Herbst äußerte Verständnis für die Worte des Landrates. „Wenn man die nackten Zahlen sieht, muss man ihm Recht geben“, sagte Herbst. Die Zahlen im Haushalt 2017 gäben Anlass zur Sorge. Der Rat hat den Etat noch nicht abgesegnet. Wie hoch das Defizit ausfällt, ist unklar. Allerdings lebe die Gemeinde nicht über ihre Verhältnisse. Vor allem die Kinderbetreuung verschlingt viel Geld. Derzeit wird für mehrere Millionen Euro in zwei Kitas investiert. „Wir haben den Bedarf und brauchen die Kita- und Krippenplätze“, stellte Herbst klar.