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Celle Stadt Nach außen Kämpfernatur – nach innen verletzlich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nach außen Kämpfernatur – nach innen verletzlich
13:13 09.03.2018
Rosemarie Schilling liest aus dem Buch „Brief an meine Mutter“ von Waris Dirie. Quelle: David Borghoff
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„Nach außen hin bin ich die starke Waris, die Kämpfernatur, immer schön, immer lächelnd. Innen aberbin ich verletzlich, unsicher, nach wie vor fremd in dieser großen, bunten Welt.“ So tief hinter ihre strahlende Fassade lässt die Autorin blicken – und es braucht wohl eine gestandene Schauspielerin wie Rosemarie Schilling, um die innere Zerrissenheit Diries auch im Außen sichtbar zu machen. Eindringlich verleiht Schilling, die auf Einladung der Celler Aktionsgruppe des Kinderhilfswerks Plan International im Bomann-Museum gastiert, der Somalierin ihre Stimme – ruhelos zwischen zwei Welten pendelnd, und doch nirgendwo richtig zuhause.

2005 holt Waris Dirie ihre lebensbedrohlich erkrankte Mutter aus Somalia zu sich nach Wien. Diese empfindet den westlichen Lebensstil der Tochter als Verrat an Heimat und Tradition. „Ich will, dass Du verstehst, warum ich bin, wie ich bin“, schreibt Dirie an die Mutter – die Briefform erscheint ihr als der einzige Weg, die Spirale aus gegenseitigen Vorwürfen zu durchbrechen, den tiefen Graben zwischen der Älteren und der Jüngeren zu überbrücken.

„‚Findest Du es heute nicht gut, dass Du es damals hast machen lassen, hast Du mich gefragt, Mama‘.“ Ganz leise haucht Schilling diesen Satz, und dem überwiegend weiblichen Publikum stockt der Atem, als klar wird, was „es“ wirklich meint: Als junges Nomaden-Mädchen musste Dirie sich selbst dem grausamen Ritual der Beschneidung unterziehen. Die Verstümmelung bestimmt bis heute ihr Leben.

„Ich wollte kein Opfer mehr sein“, schreibt Dirie, „und ich will auch nicht, dass andere zum Opfer werden.“ Dem unbeirrten Festhalten der Mutter an falsch verstandener Tra-dition begegnet sie mit wütender Vehemenz. „Genitalverstümmelung ist nicht etwas, worauf man stolz zu sein hat – es ist eine Schande, eine barbarische Gewalttat.“ Als Schilling gegen Ende der Lesung Diries Geständnis rezitiert, der nicht enden wollende Schmerz habe sie in die Alkoholsucht getrieben, kann man im voll besetzten Kino-Saal des Bomann-Museums eine Stecknadel fallen hören.

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