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Celle Stadt Nachbarn an Celler Biermannstraße feinden einander an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nachbarn an Celler Biermannstraße feinden einander an
20:36 04.05.2015
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Demnach hätte Lindner Hausfriedensbruch begangen – nach dessen eigener Aussage stand die Tür jedoch offen, wobei es ihm gelungen sei, einen Blick auf das Chaos im Inneren zu werfen. Zudem hätte Lindner den einzigen Hauszugang zugeparkt, sodass die Vereinsmitglieder nicht nach draußen hätten gelangen können, so die Vertreter der „Kommune". Zu guter Letzt gehen die Linken davon aus, dass Lindner die rechte Parole selbst an die Hofeinfahrt gepinselt hat. Sie geben zu bedenken, dass man von der angeblich brennenden Mülltonne keine Brand- oder Rußspuren in der Nähe des rechten Spruchs sieht. Zudem gebe es einfachere Möglichkeiten, Schmierereien zu verdecken, zum Beispiel mit Farbe.

Eine CZ-Nachfrage bei der Polizei ergab, dass die Beamten nicht nur aufgrund der brennenden Mülltonne und der Farbschmiererei, sondern auch wegen Hausfriedensbruchs, Freiheitsberaubung und Nötigung ermitteln. Es handele sich um laufende Verfahren, zu deren Ermittlungsständen keine Stellung genommen werde, so Polizei-Pressesprecher Thorsten Wallheinke. Auch hinsichtlich der Parole in der Hofeinfahrt würden „in alle Richtungen polizeiliche Ermittlungen unvoreingenommen und neutral geführt".

Bei der Polizei liegen keine Erkenntnisse über eine Zugehörigkeit Lindners zur rechten Szene vor. Mehr könne man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen, so Wallheinke. In Gesprächen mit der CZ erzählt Lindner unterdessen, zweieinhalb Jahre einen Hühnerhof in direkter Nachbarschaft zum Escheder Rechtsextremen Joachim Nahtz betrieben zu haben. Sonnenwendfeiern habe er "aus Neugier" besucht. Lindner bezeichnet sich selbst als "absolut uninteressiert an politischen Meinungen."

Ferner bestätigt Lindner, dass er auch am Vorderhaus interessiert sei. Er betont, dass der Vermieter jahrelang keine Miete erhalten hätte, er von den Linken bedroht worden sei und diese "ein riesiges Chaos" und somit noch mehr finanziellen Schaden hinterlassen hätten. Ein Insider bestätigt diese Aussagen.

"Wildwux" schreibt zu den Vorwürfen: "Wir haben das Haus für unsere Vereinsräume gemietet. Nach der Nutzungsuntersagung durch die Stadt Celle haben wir die Miete um hundert Prozent gekürzt, da wir es nicht mehr für den vorgesehenen Zweck nutzen konnten. Dem wurde nicht widersprochen." Das Haus gleiche im Moment einer Baustelle, weil alle Baumaßnahmen gestoppt werden mussten, bis der Bauantrag für ein Veranstaltungszentrum genehmigt werde. Um den Bauantrag habe sich der Vermieter in Zusammenarbeit mit der Stadt Celle kümmern wollen. Die Mitglieder betonen aber auch: "Wir haben dem Vermieter nie gedroht".

Der Vermieter will sich weiterhin nicht zu dem Vorgang äußern. Die rechte Parole in der Hofeinfahrt wurde unterdessen mit einem neuen Spruch übersprüht.

Von Dagny Rößler