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Celle Stadt Nachzahlung von 9600 Euro für ein halbes Jahr: Celler Hausbesitzer im Streit mit SVO
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nachzahlung von 9600 Euro für ein halbes Jahr: Celler Hausbesitzer im Streit mit SVO
18:01 09.01.2014
Von Gunther Meinrenken
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann verstellt am 25.03.2013 in Hamburg durch das Drehen an einem Thermostat die Temperatur an einem Heizkörper (Aufnahme mit langer Belichtungszeit) .Foto: Sven Hoppe/dpa (zu dpa "Energiepreise stabil - Heizen bleibt teuer") +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Sven Hoppe
Celle Stadt

Ein Mietshaus als Altersvorsorge, so hat sich Manfred P. (Name geändert) die finanzielle Absicherung für seinen Lebensabend vorgestellt. Doch vor drei Jahren wurden diese Pläne jäh zunichte gemacht. Auf der B214 hinter der Autobahnabfahrt Watenbüttel war P. in einen Unfall verwickelt. Als er ausstieg, um nach dem anderen Fahrer zu schauen, wurde er von einem anderen Auto erfasst. Wegen der schweren Folgen durch den Unfall lebt der einst Selbständige mittlerweile selbst von Hartz-IV.

P. ist der Besitzer des Hauses, in dem die SVO vor Weihnachten für etwa eine Woche das Wasser abgedreht hatte. Wegen seiner finanziellen Notlage kann er die Nebenkosten nicht mehr bezahlen. Die zieht die Bank, bei der P. den Kredit für das Haus aufgenommen hat, zusammen mit den Mietzahlungen ein. Knackpunkt des Streits mit dem lokalen Energieversorger sind jedoch Unstimmigkeiten um den Gasverbrauch in dem Haus.

"Mitte vergangenen Jahres wurde routinemäßig der Gaszähler ausgetauscht", berichtet P. Etwa zehn Wochen später erhielt er eine Nachzahlungsaufforderung über sage und schreibe 9600 Euro. Wohlgemerkt für einen Abrechnungszeitraum von einem halben Jahr in einem Haus, in dem eine fünfköpfige Familie und eine Einzelperson leben. "Wie dieser Verbrauch entstanden ist, entzieht sich unserer Kenntnis", schreibt die SVO lapidar.

P. führte Gespräche im SVO-Kundenzentrum, um den Sachverhalt zu klären. Heraus kam nicht viel. Die SVO habe auf ihrer Forderung beharrt. Erstellte im Anschluss zwei Korrekturrechnungen für die Jahre 2011 und 2012, für die der Verbrauch telefonisch durchgegeben beziehungsweise geschätzt worden sein soll. Diese Zahlen seien nicht korrekt gewesen. Forderung: Insgesamt 6500 Euro. "Ich habe wissen wollen, wer denn geschätzt habe oder den Zählerstand telefonisch durchgegeben hat, aber darauf habe ich keine Antwort bekommen", so P. Er sei es nicht gewesen.

Auf die Vermutung, dass der Gaszähler eventuell defekt sein könnte, geht man bei der SVO nicht ein. "Wir sind gesetzlich verpflichtet, Zähler turnusmäßig auszuwechseln. Die Zählerstände werden nach fotografischer Erfassung auf Plausibilität geprüft", heißt es bei der SVO nur allgemein. Ansonsten habe P. wenig Bestreben gezeigt, eine mögliche Lösung zu finden. „Daher und nach Prüfung des Sachverhalts, sind wir zu dem Entschluss gekommen, die Angelegenheit unserem Rechtsanwalt zu übergeben und gerichtlich klären zu lassen", so SVO-Pressesprecher Andreas Gerow.

Das betrifft auch eine mögliche Sperrung. Unter dem Streit leiden nämlich unverschuldet die Mieter wie Familie Hartmann mit ihren drei Kindern. Sie werden sich jetzt eine neue Wohnung suchen. Gegen die drohenden Sperrungen von Gas, Strom und Wasser wollen sie einstweilige Verfügungen erwirken.