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Celle Stadt Nashville-Feeling in Garßener Gasthaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nashville-Feeling in Garßener Gasthaus
16:20 26.11.2017
"Ich trete auf, bis ich tot von der Bühne falle." Von Johnny Cash bis Neil Diamond bot Dieter Lang seinen Gästen eine bunte Palette amerikanischer Musik. Quelle: Oliver Knoblich
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Manche der älteren Gäste, die am Samstag an den Tischen im Saal sitzen, mögen sich bei einem dieser Tanzvergnügen kennen gelernt haben. Die aktuelle Veranstaltung des Abends hat mit denen früherer Zeiten einerseits nichts mehr gemein, andererseits findet Volkstümliches aus den USA darin und in der Tradition der Lokalität sein Gegenstück. Der Wirt hat zur Country-Night mit Dieter Lang eingeladen.

Nicht alle Tische sind besetzt, die Tanzfläche liegt ausgedehnt vor dem Star des Abends, für den Musik hörbar Passion und Profession in einem ist. Einige Cowboyhüte auf den Köpfen der Gäste, vereinzelte Fransenjacken ergänzen die US-Flagge in Langs Rücken. Ein Mann sticht heraus, sein komplettes Outfit vom Westernstiefel über die Gürtelschnalle bis zum Hut verkörpert amerikanische Tradition. Ein zweiter zieht alle Blicke auf sich, als er mit seiner Partnerin als erster die Tanzfläche zu einem Song von Kenny Rogers betritt: T-Shirt, Jeans, Hut - ein Cowboy, wie er im Buche steht, bewegt sich rhythmisch zu melodischen Country-Klängen. Langs Gesang und Gitarrenspiel gefällt den Gästen, Stimmung kommt auf, das Parkett füllt sich. Ältere Paare bewegen sich elegant in Discofox-Schritten zur Musik, entführen die Phantasie der Zuschauer in deren Jugend, eingefleischte Country-Liebhaber lassen die Fransen an den Outfits fliegen, Line-Dancer gesellen sich hinzu.

Welch ungewöhnliche Mischung sich im Saal zusammengefunden hat, offenbaren Gespräche in der Pause: Der Mann im Westernstyle ist ein Country-Sänger aus Groß Hehlen, Jonny Parker. 1970 gründete er die erste und einzige Country-Band Celles, „Nashville“. Entertainer Dieter Lang ist seit seinem 14. Lebensjahr der Musik verfallen, absolvierte zwischenzeitlich jedoch eine Lehre als Musterzeichner in Hambühren und wanderte später nach Spanien aus. Der junge Cowboy stellt sich indes als Syrer Nabil Alkn heraus. „Syrische Männer treffen sich und tanzen allein ohne Partnerin“, erzählt er. „Ich höre gerne Country und tanze wie früher in Syrien dazu.“

Ein Samstagabend unter vielen des vergangenen Wochenendes in Celle und Umgebung: unspektakulär, untypisch und auf eine ganz eigene Art schön.

Von Anke Schlicht