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Celle Stadt Navid Ahmad Safi aus Afghanistan will sich in Celle neue Existenz aufbauen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Navid Ahmad Safi aus Afghanistan will sich in Celle neue Existenz aufbauen
11:08 21.08.2018
Navid Ahmad Safi Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Mitten in der Celler Altstadt hat Navid Ahmad Safi (26) eine kleine Wohnung für sich gefunden. Der Afghane, der nach seiner Flucht zunächst in Hambühren lebte, ist damit sehr zufrieden. Und vor allem auch damit, dass er seit Monatsanfang einen unbefristeten Vertrag als Vermessungstechniker bekommen hat: „Jetzt hab ich etwas.“

Zwar sei sein Studium der Geodäsie, das er an der Universität in Kabul absolviert hat, hier in Deutschland nicht voll anerkannt worden, aber durch Praktika und durch Sprachkurse habe er sich für den hiesigen Arbeitsmarkt qualifiziert, sagt Safi: „Als Techniker darf ich jetzt arbeiten.“ Damit trägt er nicht nur dazu bei, den Fachkräftemangel in der Branche zu verringern, sondern er zahlt auch Lohnsteuern und Beiträge zur Kranken- und Sozialversicherung.

Das Schöne an seinem Beruf sei, dass die mathematischen Berechnungen überall gleich sind, findet Safi. Natürlich müsse sein Deutsch noch verbessert werden. Aber daran arbeite er ständig, sagt er. „Ich konnte aber in Afghanistan nicht für mein Leben sorgen“, umreißt er grob seine Fluchtgründe. Seine Mutter und seine Geschwister leben dort in ständiger Angst: „Sie können nicht rausgehen.“ Seine Mutter sei sehr glücklich, dass ihr Sohn in Sicherheit ist. Sie halten per Internet Kontakt zueinander.

4000 Dollar bezahlte er für Schlepperdienste bis nach Griechenland. 23 Tage war er allein unterwegs, am 1. Februar 2016 erreichte er Deutschland. Schon am 2. Februar kam er nach Celle. „Sobald man sich kümmert, entstehen auch Freundschaften“, ist Navid Ahmad Safi zuversichtlich, dass er mit der hiesigen Kultur zurechtkommt. Er möchte gern einiges von der hiesigen Kultur übernehmen, bemerkt aber auch, dass Deutsche recht wenig über Afghanistan wissen, über Land, Leute und Kultur. „Wir sind ganz anders erwachsen geworden. Hier gibt es eine ganz andere Art von Humor und Spaß.“

Damit entspricht Safi den politischen Zielen, die Innenminister Horst Seehofer in seinem Masterplan Migration formuliert hat: „Wir wollen, dass sich Menschen, die mit einem Schutzstatus länger in Deutschland bleiben, in unsere Gesellschaft und Werteordnung integrieren.“ Und weiter: „Erfolgreiche Integration ist die Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Von allen Zuwanderern erwarten wir eine Identifikation mit unserem Land und die Anerkennung unserer Werte und Lebensweise.“ Deutschland brauche gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte. Dies gelte es, nach klaren Regeln zu steuern. „Damit wird auch legale Zuwanderung ermöglicht.“ Flucht und Migration seien eine langfristige und weltweite Herausforderung, ausgelöst durch Krisen, Kriege, Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit.

Navid Ahmad Safi kann nun einstweilen Perspektiven entwickeln.

Von Lothar H. Bluhm

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