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Celle Stadt Nazi-Namen für Celler Straßen: CDU kritisiert Mende
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nazi-Namen für Celler Straßen: CDU kritisiert Mende
22:03 23.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Die Rommelstraße und die Stülpnagelstraße in Klein Hehlen sollen nach dem Willen der Mehrheit des Ortsrates ihre Namen behalten. Nach deutlicher Kritik von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende an dieser Entscheidung springen den Ortsratsmitgliedern nun die CDU-Spitzen der Stadt zur Seite. Quelle: Benjamin Westhoff
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Ende vergangener Woche hat Heiko Gevers noch geschwiegen. Nachdem sein Parteifreund Klaus Didschies als Ortsbürgermeister von Klein Hehlen und die anderen CDU-Ortsratsmitglieder der Auffassung waren, dass die nach den Nazi-Generälen Rommel und Stülpnagel benannten Straßen in dem Ortsteil ihren Namen behalten sollten, wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat dies nicht weiter kommentieren. Jetzt hat er zusammen mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Alexander Wille eine Stellungnahme abgegeben. Tenor: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende möchte sich als "unermüdlicher Einzelkämpfer um das saubere Image der Stadt profilieren".

Mende (SPD) hatte nach der Entscheidung im Ortsrat Klein Hehlen, die auch von den Unabhängigen-Ortsratsmitgliedern getragen worden war, Überlegungen angestellt, wie der Rat der Stadt Celle die Angelegenheit an sich ziehen könnte. Er sprach von einem "erheblichen Schaden für die Stadt" und dass er noch zu Beginn seiner Amtszeit auf Vorurteile gegenüber einem "braunen Celle" angesprochen worden sei, die es zu widerlegen gelte.

Wille und Gevers drehen diese Aussage nun gegen Mende. "Wenn Herr Mende nun ein 'braunes Celle' herbeiredet, fügt er unserer Stadt schweren Schaden zu", heißt es von den beiden. Sie wundern sich, dass sich der Oberbürgermeister, der die "demokratische Meinungsbildung gern als Leitlinie seines Handelns" nenne, gegen die "demokratische Mehrheitsentscheidung des Ortsrates Klein Hehlen" wendet.

"Schließlich muss sich Herr Mende fragen lassen, warum er nicht selbst an der fraglichen Ortsratssitzung in Klein Hehlen teilgenommen und zum Thema gesprochen hat", so Wille und Gevers. Sie weisen darauf hin, dass die "weitreichende Auseinandersetzung mit Celles Vergangenheit" bereits 2007 von Mendes Vorgänger, CDU-Oberbürgermeister Martin Biermann, in die Wege geleitet wurde. Diese habe 2008 zu einem wissenschaftlichen Gutachten über die Celler Straßennamen gemündet.

"Mit diesem Gutachten setzte sich dann 2010 eine hochrangig besetzte Kommission auseinander und empfahl die Umbenennung einiger Straßen. In Anwesenheit des Oberbürgermeisters Mende beschloss die Kommission am 23. April 2010, dass über die Straßen in Klein Hehlen 'die Notwendigkeit einer näheren Betrachtung der jeweiligen Person nicht erforderlich' sei", führen Wille und Gevers weiter aus. Fünf Jahre später falle Mende ein, "dass das Beibehalten dieser Straßennamen der Stadt schweren Schaden zufügt", wundern sich die CDU-Spitzen, die sich fragen, ob dies eine späte Erkenntnis des Oberbürgermeisters sei oder der Beginn des Wahlkampfes.