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Celle Stadt „Nette Toilette“ runtergespült
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Nette Toilette“ runtergespült
10:57 07.12.2018
Von Michael Ende
Altstadt

"Runtergespült" wurde jetzt ein Antrag der SPD zur Einführung des „Nette Toilette“-Konzepts. Weiter als bis in den Ausschuss für Stadtmarketing hat es die Idee nicht geschafft. Ziemlich schade, wie die Sozialdemokraten finden.

Einfache Grundidee

Wer in der Celler Innenstadt ein öffentliches WC sucht, steht oft vor verschlossenen Türen. Denn die Toiletten sind immer wieder Ziel von Vandalismus-Attacken und unbenutzbar. Dann pressiert es. Abhilfe schaffen könnte hier das bereits von 250 deutschen Kommunen praktizierte Konzept der „Netten Toilette“, findet die Celler SPD, die den Zustand in der Altstadt als „peinlich“ empfindet. Die Grundidee besteht darin, dass die Händler und Gastronomen ihre Toiletten den Gästen kostenlos zur Verfügung stellen. Die Stadt zahlt im Gegenzug den innerstädtischen Kooperationspartnern eine Entschädigung für jeden Toilettengang.

Davon hätten alle etwas

Die Stadt unterstützt die Gastronomen finanziell bei der Pflege der Toiletten und spart dadurch Kosten. Der Gastronom bekommt den einen oder anderen neuen Gast sowie Geld für sein schon bestehendes WC. Die Bevölkerung erhält ein flächendeckendes Netz an frei zugänglichen Toiletten, die sauber, gepflegt und bis spät in die Nacht geöffnet sind.

Wenig Interesse

Benno Eisermann, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Celle, kann sich „sehr gut vorstellen“, dass die Celler Gastronomen an der „netten Toilette“ teilnehmen würden. Doch er scheint die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, wie es im Ausschuss seitens der Verwaltung hieß: Die „Nette Toilette“ sei ein sinnvolles Konzept, dem es aber nach ersten Gesprächen, Umfragen und Recherchen an einer wesentlichen Prämisse – nämlich an einer hinreichenden Anzahl von teilnehmenden Unternehmen – fehle: „Insofern ist die Verwaltung gehalten, eigene Toiletten vorzuhalten. Auch wenn dies teuer ist, gehören öffentliche Toiletten zu einer touristisch attraktiven Stadt dazu.“

Kurze Wegezu WCs

Nach Einschätzung der Verwaltung gebe es eine „hinreichende Anzahl öffentlich zugänglicher Toiletten“: Neben den Toiletten am Schloßplatz, Schützenplatz, an der Neuen Straße und am Neuen Rathaus gebe es auch in jedem Celler Parkhaus und den Museen Toiletten, sowie private Angebote in den größeren Kaufhäusern der Stadt: „In der Innenstadt sind die Wege kurz; alle Toiletten sind in wenigen Minuten Gehweg erreichbar.“

„Runtergespült“

Die Mehrheit im Ausschuss teilte diese Meinung und legte den SPD-Antrag ad acta. SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Brammer stört sich daran, dass die Verwaltung nicht verraten wollte, wie viele Unternehmen überhaupt gefragt worden seien: „Man gab allerdings zu, dass die vorhandenen Toiletten wenig bekannt seien und besser beworben werden sollten. Hierzu kam auch ein Vorschlag, eine App für Mobiltelefone zu entwickeln, die die Besucher der Stadt den Weg zur nächstgelegenen und öffentlich zugänglichen Toilette weist.“ Ob diese Idee weiter verfolgt wird? Brammer zuckt mit den Schultern. „Unser Antrag wurde auf jeden Fall runtergespült.“

Bahnhofstoiletten werden saniert

„Nette“ Nachrichten hat der Celler CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte, der kürzlich auf die geschlossene Herrentoilette im Celler Bahnhof aufmerksam gemacht hatte: „Die Bahn hat reagiert: Die Toilette werden umfangreich saniert. Es wurden bereits sämtliche Fliesen erneuert und eine neue Be- und Entlüftungsanlage installiert. Es fehlen noch die Trennwände, die Mitte Dezember montiert werden sollen. Damit sollte künftig Schluss sein mit den erhöhten Geruchsbelästigungen.“

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