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Celle Stadt Neubaugrundstücke sind in Celle Mangelware
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neubaugrundstücke sind in Celle Mangelware
17:46 18.01.2017
Von Michael Ende
Schwein gehabt: Wer nicht so glücklich ist wie die Besitzer dieser Häuser und ein Grundstück im Klein Hehlener Baugebiet „Kieferngrund“ ergattern konnte, muss zum Beispiel in Lachendorf bauen – dort werden dafür sogar extra Kiefernwälder gefällt. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Im städtischen Ausschuss für Stadtmarketing hieß es in einem Verwaltungs-Papier, dass Landkreis-Gemeinden der Nachfrage nach Bauland für Familien „nachgeben“ würden. In Celle zeigt man sich da standhaft. Der Schluss der Verwaltung: „Die Konzentration der Gemeinden auf das Segment Neubau von Einfamilienhäusern birgt für Celle die Chance, im Segment Eigentums- und Mietwohnungen zu punkten.“ Die Verwaltung konstatiert selbst, dass Bauplätze in der Stadt fehlen: „Das in den nächsten Jahren in Celle bereitstehende Angebot an Bauplätzen wird die Nachfrage nicht decken können. Diese Einschätzung wird von den Akteuren der Celler Immobilienwirtschaft bestätigt.“

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) betonte, dass sich Celle nicht zu einer „Rentnerstadt“ entwickeln solle: „Wir wollen keine Stadt der Alten werden. Wir wollen zum Beispiel Menschen an Celle binden, die sich Hannover nicht mehr leisten können oder wollen. Wir brauchen auch neue Neubaugebiete. Aber wir haben sie derzeit nicht. Wir sind ausverkauft.“ Nicht nur am Nordwall zeigt sich, dass die Stadt Probleme mit dem Ankauf von Grundstücken hat. Mende: „Die Bauern sitzen heutzutage so auf ihren Ländereien, dass es nicht möglich ist, leicht an Grundstücke heranzukommen.“

„Zumindest in Garßen sind wir auf der Suche nach neuem Bauland“, so der Ausschussvorsitzende Michael Bischoff (CDU). Gegenüber der CZ sagte er, dass er dazu bereits mit Ortsbürgermeister Andreas Reimchen (CDU) und Stadtbaurat Ulrich Kinder erste Gespräche geführt habe: „Es ist nicht einfach, etwas zu finden – aber das sollte uns nicht davon abhalten lassen, es zu versuchen.“ Es gelte einer „Fehlentwicklung“ entgegenzusteuern: „Nicht jeder will einen Altbau im Bestand sanieren. Ich kenne Fälle von jungen Familien, die hier bei uns bauen wollten und jetzt nach Lachendorf gehen. Diesen Leuten müssen wir etwas bieten.“

Von Mende, unter dessen Führung es zum Bauland-"Ausverkauf" gekommen sei, verspreche sich Bischoff nichts. Der abgewählte Oberbürgermeister, der Ende Februar sein Amt an Jörg Nigge (CDU) übergeben werde, sei ähnlich wie US-Präsident Barack Obama eine „Lame Duck“ – ein flügellahmer Politiker, der eine Wahl verloren hat, aber noch im Amt ist: „Allerdings macht Obama jetzt noch sinnvolle Dinge, und damit ist bei Herrn Mende nicht zu rechnen. Mit dem neuen Oberbürgermeister werden wir auch wieder neue Baugebiete bekommen.“