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Celle Stadt Neue Bänke für die Altstadt: Celler können abstimmen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Bänke für die Altstadt: Celler können abstimmen
21:25 12.04.2016
Von Gunther Meinrenken
Probesitzen mit Cellern. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (vorne) hat neben neben Angelika Milkereit Platz genommen, um festzustellen, welche Bank die bequemste ist. Stadtbaurat Ulrich Kinder testet eine andere der vier Varianten. Die Celler können jetzt darüber abstimmen, welcher Typ künftig in der Innenstadt aufgestellt werden soll. Quelle: Michael Schäfer
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Markthalle, Spielplatz, Veranstaltungsort – diese Optionen für den mit Linden umgebenen Platz geistern schon seit bald zwei Jahrzehnten durch die öffentliche Diskussion. Außer an ein paar Tagen im Jahr, an denen antiker Trödel oder europäische oder französische Spezialitäten auf dem Areal verkauft werden, steht die Entwicklung der Fläche still. Dabei sind sich Geschäftsleute und Stadt einig: Ein attraktiver Brandplatz könnte als Anziehungspunkt für Kunden auch die Krise der Schuhstraße, in der aktuell neun Geschäfte leerstehen, mildern.

Stadtbaurat Ulrich Kinder, seit Februar 2014 im Amt, vertröstet die Celler auf den kommenden Winter. „Der Brandplatz wird zum Ende des Jahres Thema werden“, sagte er. Im Augenblick sei erst einmal der Arno-Schmidt-Platz und die Hehlentorstraße an der Reihe. Die beiden Projekte würden derzeit die Kräfte im Neuen Rathaus binden. Diese Liste ließe sich noch weiter ergänzen: Welfenallee-Kreisel, Hafenstraßen-Kreisel, Supermarkt an der Wehlstraße, altes Feuerwehrgelände, Nordwall, Feuerwehrakademie in Scheuen – die städtebaulichen Entwicklungsprojekte Celles sorgen für reichlich Arbeit im Neuen Rathaus. Zu viel Arbeit für zu wenig Personal?

Erste Ideen und Vorstellungen für die Entwicklung des Areals wollte Kinder gestern nicht nennen. „Der Brandplatz ist ja, wie er ist – ein schöner Platz.“ Wichtig sei allerdings, dass er weiterhin multifunktional nutzbar sein müsse, so Kinder. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) pflichtete seinem Stadtbaurat bei. Hoffnungen setzt Mende auf die Ansiedlung eines weiteren gastronomischen Betriebes mit Außenbewirtschaftung, möglichst in dem ehemaligen Gebäude der Fleischerei Kielhorn. „Der Platz muss weiterhin als Platz wirken“, so der Oberbürgermeister.

Kinder und Mende hatten sich gestern auf dem Brandplatz getroffen, um ein neues Projekt der Bürgerbeteiligung vorzustellen. Die Celler können ab sofort darüber abstimmen, welcher Typ von Sitzbank künftig in der Innenstadt aufgestellt werden soll. Vier Modelle in Holz-Metall-Optik mit oder ohne Lehne, geschwungen oder eher vom Typ Gartenbank stehen zur Auswahl. Vor Ort steht eine gelbe Kiste, in die die Celler ihre Abstimmungskarten einwerfen können, die Stimmzettel befinden sich an der Front in einer kleinen Plexiglas-Box. Abstimmen können die Celler auch online bis zum 20. Mai unter www.celle.de.

„Der gewählte Typ soll als Standard in der Altstadt Verwendung finden“, erklärte Kinder. Zuerst wolle man die Lücken im Stadtbild füllen, dann alte Sitzbänke austauschen. Die Mittel würden aus dem Förderprogramm für die Altstadt genommen. Die Aktion stehe in Zusammenhang mit dem Gestaltungsleitfaden für die Innenstadt, in dem die Möblierung der Innenstadt vom Fahrradständer bis zu Bäumen, geregelt werden soll. „Vor der Sommerpause wollen wir einen ersten Entwurf vorlegen“, meinte Kinder.

Erste Ansätze für den Leitfaden stammen übrigens aus Zeiten, als die GOS noch Sanierungsträger war. Bis kurz davor standen auch schon einmal Bänke auf dem Brandplatz – die Lichtkunstbänke des Künstlers Franceso Mariotti. Die Sitzgelegenheiten „mit Po-Beleuchtung“, wie einige Celler spotten, stehen jetzt im Lichtkunstbahnhof.