Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Neue Celler Schützenmuseums-Fassade für 383.000 Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Celler Schützenmuseums-Fassade für 383.000 Euro
21:08 28.11.2014
Von Michael Ende
383.000 Euro plant die Stadt für die Sanierung der Schützen­museums- Fassade ein. In die Hehlentor­straße sollen über 700.000 Euro gesteckt werden. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Als Karsten Schröder (CDU) während der Sitzung des Altstädter Ortsrates hörte, welche Summe die Stadtverwaltung im kommenden Jahr in die Fassadensanierung des Schützenmuseums stecken will, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen: „383.000 Euro? Das überrascht mich dann doch. Was soll denn da gemacht werden?“ Als Geschäftsführer eines Malerbetriebes in der Innenstadt kenne er sich mit derlei Vorhaben „ein bisschen aus“, sagte Schröder: „Ich bin ja gar nicht gegen eine Sanierung, aber für das Geld, das die Stadt dafür ausgeben will, könnte man ja glatt das ganze Haus kaufen.“

Als es dazu seitens der Verwaltung keine näheren Angaben gab, blieb Schröder nichts anderes übrig als zu spekulieren. Vielleicht, so mutmaßte er, hätten die Experten im Rathaus einen „Angstzuschlag“ einkalkuliert, weil sie aus der Sanierung des Schlösschens im Französischen Garten gelernt hätten. Was dort als Fassadensanierung begonnen hatte und mit 268.000 Euro veranschlagt war, wuchs sich zu einer Komplettsanierung für rund 600.000 Euro aus.

Recht hatte Ortsrats-Betreuer Andreas Röper mit seiner Vermutung, dass es das Gremium erfreuen werde zu hören, dass nun endlich die Sanierung der Hehlentorstraße in Angriff genommen werden solle: „Diese Straße war unbedingt dran.“ Zunächst wolle man in die Sanierung des Schmutzwasser-Kanals im Jahr 2015 rund 20.000 Euro und 2016 etwa 160.000 Euro stecken. 2016 sei dann die Erneuerung der Straßenoberfläche geplant. Kostenpunkt: 525.000 Euro.

Deckenerneuerungen seien in folgenden Straßen vorgesehen, so Röper: „Herzog-Ernst-Ring von St. Annen bis An der Maschkaserne, in der Brunkhorststraße der Stich mit Wendehammer und die Parkplätze sowie die Albert-Köhler-Straße von Arm Albert-Köhler bis Hohe Lüchte. Da das Unterhaltungsmaßnahmen sind, werden die Anlieger nicht an den Kosten beteiligt.“ Nur Väterchen Frost könne noch einen Strich durch diese Planungen machen: „Das wird allerdings nur vollzogen, wenn der nächste Winter nicht dafür sorgt, dass andere Prioritäten entstehen.“

Aus Sicht der städtischen Straßenbau-Fachleute müsste die Kommune eigentlich noch mehr in ihre maroden Straßen investierten, so Röper: „Wenn man immer nur Kleinigkeiten notdürftig repariert, wird‘s unterm Strich teurer, als wenn man es gleich richtig macht.“ Hinter Celles Schlaglöchern stecke auch der Konsolidierungskurs, an dem sich die Politik versuche: „Da werden Ausgaben eben gedeckelt.“