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Celle Stadt Neue Gebühr: Regen kostet einige Celler künftig Geld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Gebühr: Regen kostet einige Celler künftig Geld
21:06 12.11.2014
Von Michael Ende
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Im wahrsten Sinne jede Möglichkeit zur Haushaltskonsolidierung "ausschöpfen" will die Stadt Celle. Deshalb hat der städtische Verwaltungsausschuss am Dienstag beschlossen, dass Celler, die das Regenwasser von ihrem Grundstück über den Kanal entsorgen, künftig dafür bezahlen sollen. Die neue Niederschlagswassergebühr soll Einnahmen von jährlich schätzungsweise 430.000 Euro in die städtische Kasse spülen. Dieser Schritt sei zwar vielleicht unpopulär, aber unumgänglich, wenn die Stadt finanziell wieder flüssiger werden wolle, so am Mittwoch Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): "Es geht uns aber nicht nur um die Einnahmen, sondern auch darum, dass so viel wie möglich versickert wird."

Betroffen sei nur eine verhältnismäßig kleine Zahl zukünftiger Gebührenzahler, denn abführen müssten die neue Abgabe lediglich Eigentümer von Grundstücken, deren Regenwasser über die städtische Kanalisation abgeleitet werde, so Mende. Dies sei zum Beispiel bei vielen Altstadt-Grundstücken der Fall. Pro Quadratmeter Fläche, deren Regenwasser im Kanal lande, seien künftig pro Jahr 76 Cent fällig. So werde auch mehr "Gebührengerechtigkeit" hergestellt, heißt es im Rathaus: Wer sein Regenwasser bei sich selbst versickert, der wird nicht belastet. Im Gegenteil: Bisher hätten alle Celler für den Regenwasser-Kanalanschluss Einiger mitbezahlt - nun schaffe man nach dem „Verursacherprinzip" mehr Transparenz.

Die Celler Gebühr ist im Vergleich relativ hoch: In Hannover beträgt die Niederschlagswassergebühr 68 Cent, in Hildesheim liegt sie bei 57 Cent. Die Stadt Celle ist eigenen Berechnungen zufolge mit ihren Straßenflächen übrigens der größte Gebührenzahler. Das heißt: Einen Großteil der 430.000 Euro zahlt die Stadt an sich selbst. Von der rechten Tasche in die linke Tasche - auch so geht Haushaltskosmetik.

Die Verwaltung will in Kürze „Selbstauskunftsbögen" an Immobilienbesitzer verschicken, in denen sie angeben sollen, wie sie zu veranlagen sind. Diese Bögen sollen einfach auszufüllen sein, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer: "Wer damit Probleme haben sollte, dem helfen im Zweifelsfall unsere Mitarbeiter gerne - die kommen bei Bedarf auch raus und sehen sich die Situation an." Niemand brauche zu befürchten, nun seine Versickerungsanlagen modernisieren zu müssen, so Fischer: "Für alte Anlagen gibt es Bestandsschutz."

Im „Abwasserregen" steht jedoch ebenfalls, wer sein Regenwasser selbst versickert: Der Verwaltungsausschuss beschloss auch, die Abwassergebühr für Schmutzwasser von derzeit 2,70 Euro pro Kubikmeter auf 2,83 Euro anzuheben. Grund dafür ist der Umstand, dass bei ständig sinkendem Wasserverbrauch die Kosten für die Infrastruktur steigen.