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Celle Stadt Neue Pläne der Celler Ostumgehung liegen aus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Pläne der Celler Ostumgehung liegen aus
18:35 19.02.2015
Von Michael Ende
Helga Habekost hat sich eine Fledermausbrücke in Biberach an gesehen. Hohe Zäune geleiten dort die Flugsäuger zur Straßen-Querungshilfe.
Celle Stadt

Bernd-Wilhelm Winkelmann gehört zu denen, die nicht über oder gegen etwas klagen, wenn es um die Celler B3-Ostumgehung geht – und das, obwohl er allen Grund dazu hätte. Immer wieder machen Straßenbau-Gegner mit ihren Klagen dem Straßenplaner Winkelmann einen Strich durch die Rechnung. Seit Jahren schon und immer wieder. „Ich kann niemanden davon abhalten – auch mit den besten Planungen nicht“, sagt Winkelmann. Er und sein Team von der Landesstraßenbaubehörde haben jetzt die Hausaufgaben gemacht, die ihnen das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg aufgegeben hatte, als es 2012 nach Klagen den Sofortvollzug des Bauvorhabens außer Kraft setzte. Winkelmann ist sich sicher: „Wir haben die Planungen jetzt so nachgearbeitet, dass sie auch vor Gericht Bestand haben werden.“

„Änderungsplanfeststellungsbeschluss zum Planfeststellungsbeschluss“ heißt im Behördendeutsch das, was ab sofort bis zum 4. März im Raum 363 des Neuen Celler Rathauses zur allgemeinen Ansicht ausliegt. Die überarbeiteten Planungen für die neue B3 zwischen der B214 in Altencelle und der B191 im Norden der Stadt finden sich auch auf der Internetseite der Stadt Celle unter www.celle.de. Wichtigste Änderung im Vergleich zum alten Plan sind neben diversen Untersuchungen zu möglichen Auswirkungen einer neuen Allerbrücke umfangreiche Vorkehrungen für den Fledermausschutz, wie sie das EU-Recht vorschreibt.

„Es sind unter anderem drei Fledermausbrücken vorgesehen“, sagt Winkelmann. Diese Überführungen sollen gewährleisten, dass die Tiere im Verlauf ihrer Flugroute gefahrlos über die neue B3 geleitet werden: „In weiteren für Fledermäuse bedeutenden Bereichen sind beidseitig der B3 Leiteinrichtungen von vier Metern Höhe in Form von Zäunen geplant, die mit den ohnehin vorgesehenen Wildschutzzäunen kombiniert werden sollen.“ Unter anderem an diesen Riesen-Zäunen stört sich Helga Habekost von der Anti-Ostumgehungs-Initiative „Im Interesse Aller“. Sie hat sich eine bereits gebaute Fledermausbrücke bei Biberach angesehen und kritisiert den Einschnitt, den nicht nur die Schutzzäune, sondern die gesamte neue Straße in der Landschaft darstellen würde. „Die Ostumgehung kappt alle Verbindungswege zwischen Altenhagen, Lachtehausen und der Innenstadt“, meint Habekost, die freilich weiß, dass auch für Menschen und ihre Fahrzeuge neue Brücken über die B3 gebaut werden sollen.

Gegen die neuerliche Planfeststellung können Straßengegner erneut Klage erheben. Mit ihnen würde sich dann - irgendwann - das OVG Lüneburg, bei dem bereits Klagen gegen den Umgehungs-Mittelteil vorliegen, beschäftigen.

Dass die Umgehungs-Gegner auch weiterhin den Rechtsweg beschreiten wollen, daran lässt Wolfgang Maurer von der Bürgerinitiative „Alternative Ostumgehung Celle“ keinen Zweifel. Er fragt sich, welche Auswirkungen die Straße auf die Einwohner und das Landschaftsbild haben würde und welche Mehrkosten für die jetzt geplanten Änderungen entstehen: „ Wir bleiben unabhängig von den Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen bei unserer Forderung, dass der Mittelteil der Trasse der neuen B3 nicht mitten durch die Ortsteile Lachtehausen und Altenhagen hindurch, sondern östlich um sie herumgeführt wird.“ Für dieses Ziel streite man vor dem OVG: „Sollten wir mit der Klage erfolgreich sein, dann werden sich nicht nur die Fledermäuse und Libellen freuen, sondern gemeinsam mit ihnen die Menschen in den betroffenen Ortsteilen.“