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Celle Stadt Neue Spielhalle in Celles altem Tanzcafé
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Spielhalle in Celles altem Tanzcafé
20:04 20.03.2017
In bester Citylage direkt neben der Stadtbibliothek sollen eine Spielhalle und ein Wettbüro entstehen. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Dass diese neuen "Zockerparadiese" entstehen, liegt keineswegs an einer vermeintlich steigenden Spielsucht. Im Gegenteil: Hintergrund ist der neue Glücksspielstaatsvertrag, der Spieler vor dem Ruin schützen soll. Deshalb hat es die Politik auf Mehrfachkomplexe abgesehen, die in gut einem Vierteljahr verboten sind. Spielhallen in Niedersachsen müssen dann untereinander einen Mindestabstand von 100 Meter Luftlinie haben.

„In der Celler Altstadt befinden sich sechs Spielhallen, von denen voraussichtlich zwei ab dem 1. Juli nicht mehr betrieben werden dürfen“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Fischer. Die nächste Spielhalle von der Stadtbibliothek aus gesehen befindet sich auf dem Großen Plan 24 und liegt knapp 190 Meter entfernt.

„Das Problem der Spielhallen beziehungsweise Wettbüros ist kein Problem der Innenstadt, sondern stadtweit zu betrachten“, betont Fischer. In ganz Celle gebe es 27 Spielhallen. In den vergangenen fünf Jahren sei nur eine Spielhalle neu eröffnet worden. Voraussichtlich 11 von diesen dürften aufgrund der neuen Gesetzeslage nicht mehr betrieben werden, rechnet der Pressesprecher vor und betont: „11 Spielhallen bedeuten aber nicht 11 Standorte. Es können auch mehrere unter einem Dach sein.“

Konkret zu den Plänen am Arno-Schmidt-Platz sagt Fischer: „Keineswegs begrüßt die Stadt Celle die Aktivitäten von Spielhallen beziehungsweise Wettbüros mit dem Ziel der Ausweitung von Standorten. Allerdings gibt es seitens der Betreiber dieser Einrichtungen per Grundgesetz einen grundsätzlichen Anspruch auf Niederlassung.“

Und dann kommt Fischer auf das Gebäude an der Ecke Westcellertorstraße/Magnusstraße zu sprechen, das zur Celler Architekturmeile gehört. Es beherbergte einst das traditionsreiche Café Wellhausen und zuletzt die Commerzbank – nach dem Umbau sollen dort eine Spielhalle und ein Wettbüro einziehen. „Die Stadt begrüßt keineswegs die Aktivitäten von Spielhallen beziehungsweise Wettbüros mit dem Ziel der Ausweitung von Standorten", so der Sprecher. Allerdings gebe es seitens der Betreiber dieser Einrichtungen einen gesetzlich festgelegten grundsätzlichen Anspruch auf Niederlassung.

Um einem Wildwuchs in diesem Bereich entgegen zu steuern versuche die Stadtverwaltung, durch Gespräche mit Hauseigentümern weitere Ansiedlungen zu verhindern, sagt Fischer. "Eine andere Möglichkeit wäre eine geänderte Bauleitplanung, die allerdings mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde.“ Zudem spiele bei der Bauleitplanung der Gedanke, die Verteilung der Spielhallen und Wettbüros mit Blick auf die Bekämpfung der Spielsucht zu steuern, keine Rolle, so Fischer. Hier gehe es allein um städtebauliche Belange.

Von Dagny Rößler