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Celle Stadt Neue Versorgungsbereiche für Ärzte in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neue Versorgungsbereiche für Ärzte in Celle
17:11 20.02.2015
Mehr Hausärzte sollen in die Fläche des Landkreises Celle gebracht werden. Deshalb wird Celle bald in zwei Versorgungsbereiche aufgeteilt. Quelle: Bernd Weissbrod
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So ballt sich die Zahl der Mediziner in der Stadt, während auf dem Land weniger Praxen für die Patienten sind. Doch das soll sich bald ändern. Wie Landrat Klaus Wiswe berichtete, soll der Landkreis Celle in naher Zukunft in zwei Versorgungsbereiche aufgeteilt werden. Ein Bezirk umfasst die Stadt und angrenzende Kommunen wie zum Beispiel Lachendorf und Hambühren. „Im anderen Versorgungsbereich sind unter anderem Bergen, Winsen, Eschede, Faßberg und Unterlüß; also Kommunen, die etwas weiter in der Fläche liegen”, sagte Wiswe.

Wäre es nach ihm gegangen, hätte er am liebsten drei Versorgungszonen, Norden, Süden und Stadt Celle, gehabt. „Das wäre aber in dem zuständigen Ausschuss laut der Kassenärztlichen Vereinigung nicht möglich gewesen”, so Wiswe. Die Regelung mit zwei Versorgungsbereichen habe die KAV hingegen befürwortet.

Damit würde dem jahrelangen Anliegen des Kreises Rechnung getragen, um zu verhindern, dass sich die Praxen in Celle konzentrieren. Bernhard Specker, Geschäftsführer der KAV in der Regionalstelle Hannover, bestätigt die Gespräche. „Der Vorschlag aus Celle ist sinnvoll und ich bin guter Hoffnung, dass der zuständige Landesausschuss dieses Modell beschließt”, sagt Specker. Man habe verschiedene Modelle durchgerechnet.

Die Aufteilung der Versorgungsbereiche bezieht sich nur auf Allgemeinmediziner. Fachärzte sind davon nicht betroffen. Das wäre aus Sicht von Dr. Ralf Aring, Celler Kreisstellensprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, auch nicht sinnvoll. „Fachärzte brauchen ein Einzugsgebiet mit mehr Menschen, daher eröffnen sie ihre Praxen eher in den Zentren”, so Aring.

Eine Aufteilung bei den Allgemeinmedizinern sei sinnvoll, allerdings sieht Aring ebenso wie der Landrat das Problem mit der Aufteilung der Nachbesetzung von Praxen nicht gelöst. Dies hänge mit veränderten Ansprüchen der Ärzte zusammen. „Es wollen weniger Ärzte in die Selbstständigkeit als früher. Das Thema Freizeit spielt bei vielen jungen Medizinern eine wichtige Rolle”, sagt Aring. Zudem sei die Verdienstmöglichkeit der Ärzte auf dem Land durch die Budgetierung eingeschränkt.

Außerdem sei die Frage des Lebensumfeldes entscheidend. „Wenn Schulen geschlossen werden und das kulturelle Angebot nicht vorhanden ist, ist es wenig verwunderlich, dass junge Ärzte sich dort nicht niederlassen möchten”, so Aring.

Von Tore Harmening