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Celle Stadt Neuer Anlauf für Celler „Studienzentrum“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neuer Anlauf für Celler „Studienzentrum“
15:02 10.01.2017
Von Michael Ende
Für Celle ein Traum:An Universitäten wiein Bremen haben Zuwanderer bereitsihr Studium ausgenommen. Quelle: Carmen Jaspersen
Celle Stadt

Seitens der Stadtverwaltung heißt es in einer aktuellen Ratsvorlage, dass sich hinsichtlich der Weiterentwicklung des Bildungsstandortes „sehr konkrete Anknüpfungspunkte herauskristallisiert“ hätten. Gedacht sei an ein Studienzentrum für Präsenzphasen eines integrierten Lern-Konzeptes der Kiron Open Higher Education gGmbH aus Berlin: „Über verschiedene Studiengänge, wie etwa Engineering und Business, bereitet Kiron Flüchtlinge auf akademische Abschlüsse in Deutschland vor.“ Die Realisierung eines Studienzentrums wäre nach erfolgreicher EU-Antragstellung über die Förderkulisse „Urban Innovative Actions“ vorgesehen. „Dies wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Celle, da Kiron bislang noch keine Studiencenter außerhalb von Universitäten eingerichtet hat“, heißt es aus dem Rathaus.

Das Kiron-Konzept, das zum ersten Mal 2014 öffentlich vorgestellt wurde, hat bereits international für Aufsehen gesorgt. Kiron ist selbst keine staatliche Universität, bietet aber Geflüchteten den Zugang zu Hochschulbildung – mithilfe einer Kombination aus zwei Jahren Online-Studium und einem Jahr Präsenzstudium an einer von 14 Partneruniversitäten. Derzeit sind rund 1500 Studenten immatrikuliert. Der Bundesregierung gefällt die Kiron-Idee. Im September 2016 stellte das Bundesbildungsministerium für zunächst 13 Monate rund 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Berliner Industrie- und Handelskammer unterstützte Kiron und 22 weitere Bildungsprojekte im Jahr 2016 mit insgesamt 15 Millionen Euro.

Kiron-Geschäftsführer Vincent Zimmer bestätigt auf CZ-Anfrage, dass es seit dem Herbst vergangenen Jahres Gespräche mit der Celler Stadtverwaltung und der Hochschule gebe und man bei Kiron vom Vorschlag der Celler Kenntnis habe. „Wir unterstützen zudem das Konzept und wären bereit, ein entsprechendes Zentrum nach unserem Modell einzusetzen, wenn die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Hierzu zählt vor allem die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur mit beispielsweise WLan und gute Erreichbarkeit für Geflüchtete.“

Ganz an der Spitze der Flüchtlings-Qualifizierungs-Avantgarde werde Celle aber nicht stehen, sagt Zimmer. Mit dem „Alleinstellungsmerkmal“ werde es nichts: „Es ist nicht mehr ganz korrekt, dass Celle hiermit der erste Standort wäre, da wir beispielsweise mittlerweile in Berlin, München, Lüneburg und an anderen Standorten ähnliche Zentren eingerichtet haben. Der Vorteil daran ist jedoch, dass sich hieraus bereits ein praxiserprobtes Konzept ergeben hat, so dass wir bei der Umsetzung in Celle auf diese Erfahrung zurückgreifen können.“