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Celle Stadt Neuer Fördertopf für Celler Rathsmühle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neuer Fördertopf für Celler Rathsmühle
22:00 12.05.2014
Von Oliver Gatz
Wichtige Verbindung zwischen Allerinsel und Innenstadt: der Bereich rund um die Ratsmühle. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Die Politik reagierte schockiert: Ende 2012 verkündete der damalige Stadtbaurat Matthias Hardinghaus die Hiobsbotschaft, dass die millionenschwere EU-Förderung für das Ziel-1-Projekt "Gelenk Neumarkt" gescheitert ist. Der Grund: Die Stadt sah sich nicht imstande, bis Mitte 2015 eine Fußgängerbrücke an der Rathsmühle zu bauen – ein unverzichtbarer Baustein für die Förderung. Damit musste auch die Entwicklung der Rathsmühle beerdigt werden.

Allerdings ist man im Neuen Rathaus weiterhin davon überzeugt, dass das ehemalige Ziel-1-Gebiet eine wichtige Gelenkfunktion zwischen Altstadt und Allerinsel erfüllt. Diese Bedeutung des Übergangsbereichs werde auch zukünftig für die Stadtentwicklung im Hinblick auf die Ausprägung als Oberzentrum wichtig bleiben, heißt es. In Abstimmung mit dem Sanierungsträger und dem Land will die Verwaltung deshalb den Eingangsbereich zur Allerinsel rund um die Rathsmühle dem Sanierungsgebiet Stadtumbau West zuschlagen.

"Wir halten das für sinnvoll", sagte der neue Stadtbaurat Ulrich Kinder in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Die Einbindung hätte keine Auswirkungen auf die Gesamtkosten für das Sanierungsvorhaben Allerinsel. "Das Mittelvolumen erhöht sich dadurch nicht", stellte Kinder klar. Einstimmig empfahl der Ausschuss, notwendige vorbereitende Untersuchungen für das zusätzliche Areal rund um die Rathsmühle auf den Weg zu bringen. Am Mittwoch, 14. Mai, befasst sich der Rat der Stadt Celle mit dem Thema. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17.30 Uhr in der Alten Exerzierhalle.

Offen ist weiterhin die zukünftige Nutzung der Rathsmühle. Als "Ideallösung" hatte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) vorgeschlagen, das Gebäude als Depot für das Bomann-Museum zu nutzen und dort auch kleinere Museen wie das Stickmustermuseum oder das Garnison-Museum unterzubringen. Das ist allerdings sehr teuer. Allein der Mühlen-Ausbau als bloßes Depot würde laut Erster Stadträtin Susanne Schmitt 3,15 Millionen Euro kosten. Die Politik legte deshalb ihr Veto ein.

Bei den beiden Sanierungsvorhaben Allerinsel und Altstadt (Städtebaulicher Denkmalschutz) werden die förderfähigen Kosten zu zwei Dritteln von Bund und Land gegenfinanziert. Mit Blick auf die Fortführungsanträge für das kommende Jahr beschlich Hartmut Cewe (Unabhängige) ein ungutes Gefühl. Denn nichtförderfähige Kosten, die entstehen können und die die Stadt allein tragen muss, stehen erst mit der Schlussrechnung fest. "Ich vermute, dass Kosten entstehen, mit denen man heute nicht rechnet – Stichwort Elbphilharmonie", warnte Cewe.

Mit Blick auf die Entwicklung der Allerinsel muss unter anderem das Hafenbecken neu eingefasst werden und mit barreierearmen Treppenanlagen versehen werden. Außerdem muss die Stadt noch Privatbesitz aufkaufen. Kinder geht von einem positiven Ausgang der Verhandlungen aus. Fördermittel müssten aber schon jetzt beantragt werden, so der Stadtbaurat.