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Celle Stadt Neuer Glanz für Hugenotten-"Tempel"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neuer Glanz für Hugenotten-"Tempel"
18:37 06.07.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

NEUENHÄUSEN. Das Geld soll für die Fachwerkfassaden-Instandsetzung am Gemeindehaus, am Küsterhaus und an der Kirche eingesetzt werden. Den symbolischen Fördervertrag hat Manfred Hemmerich, Celler Ortskurator der DSD, jetzt an die stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, Sabine Homann, übergeben. Homann freute sich über dieses Engagement: "Nur so schaffen wir es, die insgesamt rund 250.000 Euro, die das Gesamtvorhaben kostet, aufzubringen." Neben der DSD beteiligten sich unter anderem die Kirchenbaustiftung, die Klosterkammer, die Ritterschaft, die Bingo-Stiftung und die Evangelisch-reformierte Landeskirche an der Finanzierung.

Von den 170.000 Hugenotten, die infolge der intoleranten Religionspolitik Ludwigs XIV. ihr Heimatland Frankreich verließen, fanden rund 300 während der Regierungszeit Herzog Georg Wilhelms von Braunschweig-Lüneburg (1665 bis 1705) Aufnahme in der Residenzstadt Celle. 1686 erfolgte die Gründung der Französisch-reformierten Gemeinde, die 1699 das herzogliche Einverständnis zur Errichtung einer eigenen Kirche erhielt. Der "temple", wie die Hugenotten ihre Kirchen nannten, durfte nicht die "Form eines Kirchengebäudes" haben.

Der Celler "temple" ist eine rechteckige Querkirche aus Fachwerk mit Walmdach. 1847 erhielt die Kirche eine Außenverschalung mit aus Holz gefertigten Steinquaderimitationen, vorgesetzten rundbogenartigen Fensterverkleidungen und Säulen, zudem eine neue Eingangstür. Um dem Gebäude ein sakraleres Gepräge zu geben, wurde am Giebel über dem Eingang ein Kreuz angebracht. In diese Zeit fällt auch die Umgestaltung des Innenausbaus. Neben der Neupositionierung des Gestühls und des Fürstenstuhls erhielt der Bau eine klassizistische Farbfassung in Weiß und Grau.

Die Kanzel und die Fürstenloge zählen zum ältesten Inventar des Celler "temple". Barocken Ursprungs sind auch die neben der Kanzel aufgehängten Liednummerntafeln und zwei auf Holz gemalte Psalmverse. Die Kirche, die mit dem alten Pfarrhaus, dem Gemeindehaus und dem Küsterhaus ein hofartiges Ensemble bildet, ist der einzige noch erhaltene hugenottische Kirchenbau in Nordwestdeutschland.