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Celle Stadt Neuer Name, neue Adresse: Celler Notfallpraxis zieht ins AKH
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neuer Name, neue Adresse: Celler Notfallpraxis zieht ins AKH
00:46 02.07.2017
Von Dagny Siebke
Celle Stadt

Die Zentrale Notaufnahme liegt direkt am Siemensplatz. Die neuen Räume der Bereitschaftsdienstpraxis für ambulante Fälle liegen an der Wittinger Straße.

Mit dem Umzug ans AKH sollen auch die Patienten besser erreicht werden, die bislang mit einem ambulanten Behandlungsanliegen das Krankenhaus aufsuchten und damit die Notaufnahme verstopften. „Durch die Kooperation mit dem AKH Celle wird eine einheitliche zentrale Anlaufstelle für die Notfallpatienten aus dem Landkreis Celle geschaffen, welche die Versorgung optimiert und beschleunigt“, erläutert Bernhard Specker, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Auch Stephan Judick, Vorstand der AKH-Gruppe, freut sich auf die gemeinsame Notfallversorgung: „Die Angliederung der Notfallpraxis an das Krankenhaus und die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten ist ein weiterer Schritt in Richtung bessere Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung. Die kurzen Wege werden Vorteile bringen.“ Durch den Umzug müssen die Notfallmediziner die Patienten mit Bagatellen nicht mehr aufnehmen, sondern können sie direkt in die Bereitschaftsdienstpraxis schicken. Dies war vorher versicherungstechnisch nicht möglich.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist zuständig für nicht lebensbedrohliche Beschwerden wie Grippe, Fieber, starke Bauchschmerzen, Erbrechen oder kleine Wunden, mit denen normalerweise ein niedergelassener Arzt in der Praxis aufgesucht würde, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann. „Erweist sich die Erkrankung dann doch einmal als schwerwiegender, so ist der kurze Weg ins Krankenhaus von Vorteil“, sagt Specker. So kann der Arzt im Bereitschaftsdienst schnell eine zweite Meinung einholen.

Der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung geht die Zusammenarbeit frohen Mutes an, denn landesweit sind mittlerweile 60 ärztliche Bereitschaftsdienstpraxen der KVN direkt an Krankenhäusern angesiedelt. „Wir haben dort reichlich gute Erfahrungen sammeln können“, betont Specker.

Um eventuelle Startschwierigkeiten so gering wie möglich zu halten, wurden gemeinsame Vorbereitungen beider Partner getroffen. „Wir haben uns für den Start im Juli gut vorbereitet, um dem neuen Patientenaufkommen gerecht zu werden. Hierfür wurden räumliche Umstrukturierungen vorgenommen sowie die erforderlichen technischen und materiellen Voraussetzungen geschaffen“, so Judick. Die Bereitschaftsdienstpraxis kann jetzt über einen separaten Eingang an der Wittinger Straße erreicht werden.

Die neuen Räume sind bereits ausgeschildert, wenn auch ziemlich unauffällig. Doch KVN und Krankenhausleitung wollen die ersten Tage abwarten und Rückmeldungen der Patienten einholen und gegebenenfalls die Ausschilderung verbessern. Wahrscheinlich werden die Bereitschaftsärzte mehr Patienten behandeln als bisher. „Ich bin froh, wenn ich während meines Dienstes mehr zu tun habe. Dann geht die Zeit schneller herum“, erzählt Bode. Früher habe er sich noch ein paar Unterlagen zum Abarbeiten mitgenommen.

Internist Bode ist der Gründungsvater der Notfallpraxis in Celle. Er erzählt: „Als wir sie vor 20 Jahren ins Leben gerufen haben, waren wir unserer Zeit weit voraus. Damals war eine Anbindung an eine Klinik nicht möglich, da es noch zwei Krankenhäuser in Celle gab.“

Die Notfallpraxis in den Räumen des DRK in der 77er Straße in Celle bestand seit dem 16. April 1997. Sie wurde vom Verein „Notdienstambulanz Celler Ärzte“ gegründet und steht seit der Auflösung des Vereins Ende 2015 unter der Regie der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Rund 20.000 Patienten jährlich wurden in der Notfallpraxis versorgt.

Das bestehende Praxisteam aus der 77er Straße wird die Patienten auch in den neuen Räumlichkeiten betreuen. Den Dienst in der Bereitschaftsdienstpraxis teilen sich etwa 200 niedergelassene Ärzte. Die Sprechstundenzeiten bleiben ebenfalls unverändert. Daneben ist wie bisher ein Fahrdienst eingerichtet. Diesen können Patienten in Anspruch nehmen, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, die Sprechstunde aufzusuchen.