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Celle Stadt Neues Gutachten: Bau der A 39 bringt Vorteile für Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Gutachten: Bau der A 39 bringt Vorteile für Landkreis Celle
19:09 19.02.2014
Die rote Linie markiert den bisher geplanten Trassenverlauf. Zwischen der Autobahn und Breitenhees im Nordosten des Landkreises soll die Bundesstraße B 190n die Anbindung nach Celle sichern. Quelle: cz
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„Der Lückenschluss trägt dazu bei, dass der Raum gleiche infrastrukturelle Voraussetzungen erhält wie vergleichbare Regionen in Deutschland”, heißt es in der Studie. Zudem werde die neue A 39 wesentlich zur besseren Erreichbarkeit der zentralen Orte beitragen. So verbesserten sich mit dem Bau der A 39 die Erreichbarkeit für Gemeinden mit insgesamt 566.000 Einwohnern beziehungsweise rund 27.000 Unternehmen.

Untersucht wurden in der Studie zwar nur die Nachbarlandkreise Uelzen, Gifhorn und Lüneburg. Die Celler Politik geht aber trotzdem überwiegend davon aus, dass die Autobahn, die rund 16 Kilometer vom Rand des Landkreises entfernt ist, positive Effekte bringt. „Gerade der Ostkreis als strukturschwache Region wird davon profitieren”, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann, der auch Bürgermeister von Langlingen ist. Die Anbindung sei zum Beispiel für Handwerksbetriebe wichtig, um neue Kunden zu bekommen.

Sein Kollege von der SPD, Maximilian Schmidt, verweist auf das Argument der ohnehin fehlenden Schnellstraße, das auch in der Studie angeführt wird. „Die nordostniedersächsische Region zwischen Hannover, Hamburg und Berlin stellt den größten autobahnfreien Raum Deutschlands dar”, sagt Schmidt. In der Betrachtung der durchschnittlichen Fahrtzeiten mit dem Auto zum nächsten Oberzentrum wird laut der Studie deutlich, dass die Landkreise zwischen den nächstgelegenen Oberzentren Hamburg, Wolfsburg und Lüneburg mittlere bis hohe Fahrtzeiten aufweisen. Die grundlegenden guten Voraussetzungen der Region wie die Lage in Mitteleuropa, zwischen Metropolbereichen, Flächenverfügbarkeit, Verkehrsträgeranbindungen und Arbeitskräfte könnten erst durch den Lückenschluss der A39 voll ausgeschöpft werden. Auch für den Tourismus sei die bessere Erreichbarkeit ein Vorteil.

Landrat Klaus Wiswe ist allerdings etwas skeptisch was die positiven Effekte der neuen Autobahn auf den Landkreis Celle anbelangt. „Wir haben uns frühzeitig für eine andere Trassenführung eingesetzt, weil es klar ist, dass die positiven Effekte größer sind, je näher die Autobahn an ein Gebiet heranrückt”. Auch wenn das nach derzeitigem Stand nicht geglückt ist, bringt die A39 für einige Firmen eine Verbesserungen, daher habe sich der Landkreis auch für das Projekt ausgesprochen.

Allerdings, und da sind sich alle einig, muss gleichzeitig auch der Ausbau der Bundesstraße 190n realisiert werden. Nur so könne ein Effekt wirklich eintreten. Die Straße verbindet den Landkreis mit der A 39. Ganz billig wird das Ganze nicht. 2008 wurden die Kosten für Autobahn und Bundesstraße laut dem Gutachten auf 654 Millionen Euro taxiert. Aus Sicht von Maximilian Schmidt ist es zunächst einmal wichtig, dass „der Bund die Finanzierung sicher stellt, denn der politische Wille zum Bau ist gegeben.” Er rechnet allerdings damit, dass ein so großes Projekt noch mehr als fünf bis zehn Jahre benötigen wird.

Von Tore Harmening