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Celle Stadt Neues Rückbauzentrum für Elektroaltgeräte in Celle eröffnet
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Rückbauzentrum für Elektroaltgeräte in Celle eröffnet
20:46 29.04.2016
Celle Stadt

Zunächst sortieren die Männer und Frauen fein säuberlich Elektronik-Kleingeräte wie Fön, Rasierer oder Toaster, und trennen sie von Elektro-Großgeräten, wie Waschmaschinen oder Elektroherden. Im nächsten Schritt geht es ans Schrauben: Die Beschäftigten der Lebenshilfe zerlegen die Elektroaltgeräte in die Einzelteile, um sie zu recyclen. Alles machen die Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung selber von Hand.

Bisher arbeiteten die meisten Beschäftigten im Rückbauzentrum der Lebenshilfe in Bergen, nun wird umgezogen nach Altencelle in die Braunschweiger Heerstraße 111. Gestern wurde das neue Rückbauzentrum des Zweckverbands Abfallwirtschaft Celle in Altencelle eröffnet. Mit dem Projekt im Bereich Elektronikgeräte-Recycling wollen der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle, die Celler Lebenshilfe und die Entsorgungsfirma „Hellmann Process Management“ neue Maßstäbe setzen und Menschen mit Beeinträchtigung mehr Teilhabe in der Arbeitswelt ermöglichen.

„Das neue Rückbauzentrum schafft mit einem Mal rund 25 Arbeitsplätze für Menschen aus den Celler Werkstätten der Lebenshilfe in einem arbeitsmarktnahen Umfeld. Sie erhalten damit mehr direkte Teilhabe am Arbeitsleben. Das Ganze hat inklusiven Charakter, da die Beschäftigten durch den direkten Kundenkontakt auch insgesamt besser im Arbeitsleben integriert werden“, erzählt Heiko Kübler, Werkstattleiter bei der Lebenshilfe Celle.

Die neue Halle des Rückbauzentrums mit Außenanlagen wurde vom Zweckverband Abfallwirtschaft für rund 1,5 Millionen Euro gebaut. „Rund die Hälfte der Halle mietet und betreibt die Firma Hellmann. Der große Vorteil an der Zerlegung der Elektrogeräte von Hand ist die tiefergehende Wertschöpfung. Es können deutlich mehr Rohstoffe zum Recyclen gewonnen werden, als wenn man den Elektroschrott einfach schreddert“, berichtet Tobias Woeste, Geschäftsführer des Abfallzweckverbands.

Bürger können Elektrogeräte direkt im zentralen Rückbauzentrum abgeben. „Das optimiert die Arbeitsprozesse und Logistik, da der Hauptstrom des Elektroschrotts aus Celle kommt“, sagt Woeste. Die Annahmestellen im Landkreis bleiben bestehen.

Die Beschäftigten der Lebenshilfe werden täglich im Rückbauzentrum arbeiten und von zwei Gruppenleitern betreut, der sie auch in die Arbeitstechniken einweist und ihnen hilft. Gemeinsam holen sie auch den Elektroschrott aus den Umladestationen des Abfallzweckverbands im Landkreis ab und bringen ihn nach Altencelle, wo er dann zerlegt wird. „Es geht darum, dass die Menschen mit geistiger Behinderung auch dort arbeiten können, wo andere arbeiten. Das stärkt und integriert sie“, sagt Kübler.

Von Jessica Poszwa