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Celle Stadt Neues Schlosstheater-Programm mit Bezug zur Region Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Schlosstheater-Programm mit Bezug zur Region Celle
23:52 20.05.2015
Präsentieren das Programm für die kommenden Spielzeit im Schlosstheater (vorne von links): - Christina Behre, Intendant Andreas Döring, Petra Schiller, Aline Bosselmann. - Hintere Reihe (von links): Stefan Hartung, Dramaturg Ralph Blase und Stephan Bruhn Quelle: Alex Sorokin
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Intendant Andreas Döring hat das neue Programm des Schlosstheaters Celle vorgestellt und mit zweierlei überrascht: Es ist ihm gelungen, eine hochkarätige deutsche Erstaufführung nach Celle zu holen. Und er greift eine Linie auf, die von seiner Vorgängerin Bettina Wilts begonnen wurde, nämlich die Behandlung Celler Themen durch den Autor und Regisseur Peter Schanz, dessen letztes Celler Stück „Altensalzkoth“ Döring so beeindruckt hat, dass er ihn für eine weitere Zusammenarbeit verpflichtete.

Die bemerkenswerte Erstaufführung eines bekannten Autors ist diejenige des Stücks „Der Boxer“ des österreichischen Autors Felix Mitterer, in dem dieser das Leben des aus Gifhorn und Hannover stammenden Boxers Trollmann, einem Sinto, der im KZ Neuengamme zu Tode kam, szenisch beleuchtet. Premiere ist am 25. September. Die Uraufführung läuft gerade am Wiener Theater in der Josefstadt.

Das Schanz-Stück ist für den 18. März 2016 geplant. Der Projekttitel lautet „Fluchtpunkt Celle“. Es soll dabei um Schicksale von Flüchtlingen in Celle gehen, solchen aus früherer Zeit, speziell aus der Nachkriegszeit, aber auch solchen der Gegenwart. Und vor allem soll es um deren Schicksale in Bezug zu ihrem Zusammenleben mit den Einheimischen gehen.

Ein historisches Celler Thema wird für das Open-Air-Sommertheater am Ende der Spielzeit angekündigt, nämlich ein Stück zu Caroline Mathilde, die die letzten Jahre ihres nur 24-jährigen Lebens im Celler Schloss verbracht hat. Unter dem Titel „Caroline Mathilde – Eine königliche Affäre“ wird ab 10. Juni 2016 keineswegs nur die Beziehung zwischen ihr und Struensee thematisiert.

Auch ein weiteres Stück passt besonders gut nach Celle. In „Terror“ des als Strafverteidiger arbeitenden Autors Baldur von Schirach wird auf der Bühne eine Gerichtsverhandlung stattfinden, bei der auch das Publikum eine Rolle spielen wird. Der Autor ist als Jurist zum Beispiel im Lüneburger Nazi-Prozess und im NSU-Prozess aktiv. Premiere ist am 6. November.

Auch die Freunde des klassischen modernen Theaters werden wieder zu ihrem Recht kommen. August Strindbergs „Fräulein Julie“ ist ab 15. Januar 2016, Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“ ab 29. April 2016 eingeplant. Mit Jasper Brandis und Caro Thum sind zwei Regisseure zu Gast, die bereits in dieser Spielzeit erfolgreich am Schlosstheater gearbeitet haben.

Die Saisoneröffnung mit einer eigenen Bearbeitung der amerikanischen Aufsteigerstory „Der große Gatsby“ (11. September) und Alan Ayckbourns Weihnachtskomödie „Schöne Bescherungen“ (27. Dezember) hat sich Intendant Döring selbst als Regisseur vorgenommen. Außerdem ab 5. Februar im Programm: eine Bühnenbearbeitung des Erfolgsfilms „The King’s Speech“ von David Seidler.

Von Reinald Hanke