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Celle Stadt Neues Wettbüro in Celle mit "Lounge-Atmosphäre"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neues Wettbüro in Celle mit "Lounge-Atmosphäre"
20:57 29.03.2017
Buchmacher Norman Albers betreibt 18 großzügige Wettbüros in Norddeutschland. Im August will er an der Westcellertorstraße ein Geschäft mit Gastronomie eröffnen. Quelle: Alex Sorokin
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In Celle gibt es schon lange keine Pferderennbahn mehr und doch erhofft sich Buchmacher Norman Albers im Rande der Altstadt ein einträgliches Geschäft. Der Hannoveraner bietet in dritter Generation Sportwetten an und kommt inzwischen auf 18 größere Wettbüros. „Celle gehört zum Einzugsgebiet unseres Kernmarktes“, erzählt der 54-jährige Unternehmer. Schon seit zehn Jahren habe er die Residenzstadt im Blick. Schließlich hätten bei ihm im „Flagstore“ an der Kurt-Schumacher-Straße in Hannover bereits einige Briten an die Tür geklopft. „Wenn Celle noch Garnisonstadt wäre, wäre das Wettbüro ein Selbstläufer“, scherzt er.

Doch erst jetzt hat Albers das passende Geschäft und den Draht zu Celler Handwerksbetrieben gefunden: Dort wo früher Café Wellhausen war, werde auf 140 Quadratmetern ein Gastronomiebereich mit Tresen entstehen, keine Spielhalle mit Automaten. Auf Monitoren liefen dann aktuelle Rennergebnisse und Wettquoten ein. Daneben würden Fußballspiele übertragen. „Wir wollen alles offen und transparent gestalten“, betont Albers. Daher sollen die Fenster nicht zugeklebt werden. Auch Gäste, die nicht spielen, sollen sich wohlfühlen bei der „Lounge-Atmosphäre“. Ab April sind die Umbauarbeiten geplant, im August soll das Geschäft mit fünf oder sechs Mitarbeitern eröffnen.

Schon 2016 habe Albers das gesamte Haus an der Westcellertorstraße gekauft, in das Wettrestaurant investiere er rund 250.000 Euro, sagt er. An der Lage schätzt er die Nähe zum ÖPNV und zu Parkmöglichkeiten. „In die Altstadt wäre ich nicht gegangen“, so Albers. Überrascht hätten ihn die deutlichen Kommentare bei Facebook zu den vermeintlichen Spielhallen-Plänen.

„Es ist besser, die Leute in genehmigten Wettbüros abzuholen, als sie anonym illegalen Wettanbietern im Internet zu überlassen“, ist der Buchmacher überzeugt. Der durchschnittliche Wetteinsatz liege bei etwa acht Euro. Der Gewinner mit dem höchsten Betrag sei auf 48.600 Euro gekommen.

Zu Albers' Kunden gehören Tipper, die jedes Jahr auf ganz viele Mannschaften setzen und gerne mindestens 50.000 Euro gewinnen wollen: „Es gibt aber auch die, die zwei Bier trinken, Fußball gucken und dazu Live-Wetten abgeben“, erläutert Albers, der sich im Vorstand des Verbandes Deutscher Buchmacher engagiert. Seiner Schätzung nach zeigten ein bis vier Prozent ein „problematisches Spielverhalten“.

„Wenn Spielen zum vordersten Lebensinhalt wird, dann wird es schwierig“, sagt der Hannoveraner. Oder wenn das Geld erst besorgt werden müsse. Sein geschultes Personal habe einen Blick dafür. Es gebe Aushänge mit Regeln, einem Selbsttest und Kontakt zu Hilfeeinrichtungen in der Nähe. Mit Blick auf die Stadtbibliothek nebenan betont Albers: „Wir wollen Jugendliche nicht zum Spielen verleiten.“ Auch junge Menschen, die aussehen wie 25-Jährige, müssten ihren Ausweis vorzeigen.

Von Dagny Rößler