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Celle Stadt Neujahrsempfang: Wunschliste der Celler Genossen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neujahrsempfang: Wunschliste der Celler Genossen
12:20 09.02.2014
Von Simon Ziegler
Kämpferische Reden beim Neujahrsempfang der SPD: Rolf Meyer, Kirsten Lühmann, Johanne Modder, Gerald Sommer und Maximilian Schmidt (von links).  Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Es kommt selten vor, dass ein Grüner bei den Sozialdemokraten das letzte Wort hat. Beim Neujahrsempfang der Celler Sozialdemokraten im Stadtpalais war es an Gerald Sommer, den Schlusspunkt zu setzen. "Ich möchte den Landkreis eindeutig sozialer und nachhaltiger machen", sagte der gemeinsame Landratskandidat von Grünen und SPD. Unter seiner Führung soll es im Landkreis nicht "lauter Mastställe" geben, außerdem werde dann die Kreisumlage gesenkt, versprach Sommer, der seine ganz eigene Rechnung präsentierte. Denn von den 175.000 Bürgern im Landkreis Celle würden 100.000 in Kommunen mit sozialdemokratischen Bürgermeistern leben, sagte der Grüne mit Blick auf Celle, Winsen und die Samtgemeinde Wathlingen. Anders ausgedrückt: "Ich gehe nicht als Favorit ins Rennen, man darf aber nicht ausschließen, dass wir gewinnen."

Der Neujahrsempfang ist in Niedersachsen das, was in anderen Regionen der politische Aschermittwoch ist: munter wird auf den politischen Gegner eingedroschen. Für alles Mögliche verwende Landrat Klaus Wiswe (CDU) seine Energie, nur nicht für die wesentlichen Dinge, stichelte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. In Sachen Wirtschaftsförderung habe sie vom Amtsinhaber seit drei Jahren nichts gehört. "Deshalb brauchen wir dringend eine Alternative, jemanden, der seine ganze Energie für den Landkreis Celle aufbringt", so Lühmann zu den im Mai anstehenden Landratswahlen.

Der Celler SPD-Chef Rolf Meyer brachte gleich eine ganze Wunschliste mit. Kurz zusammengefasst: Sommer soll Wiswe-Nachfolger werden, Wolfgang Grube und Helfried H. Pohndorf in ihren Samtgemeinden wiedergewählt werden und die SPD die Europawahl gewinnen. Außerdem sollen Stromtrassen unterirdisch gebaut werden. "Das ist technisch und finanziell machbar."

Die Celler Sozialdemokraten hatten mit Johanne Modder die SPD-Fraktionschefin im Landtag zu Gast, die vor allem zur Bildungs- und Sozialpolitik sprach. Rot-grün habe im ersten Regierungsjahr die Studiengebühren abgeschafft, außerdem würden die Mittel für Ganztagsschulen verdreifacht. Bei der Inklusion plädierte Modder für mehr Zeit. Klare Kante zeigte sie bei der Diskussion um Gymnasiallehrer, die eine Stunde pro Woche mehr arbeiten sollen. "Ich halte das für vertretbar. Es kann nicht sein, dass der Protest auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird", so Modder zu der Drohung mancher Lehrer, keine Klassenfahrten mehr auszutragen.