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Celle Stadt Neujahrskonzerte zum Jahresauftakt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Neujahrskonzerte zum Jahresauftakt
18:08 02.01.2014
Die Lüneburger Sinfoniker gastieren - in der Alten Exerzierhalle. Quelle: Susanne Harbott
Celle Stadt

Nicht nur in Celle, sondern auch im Umland findet das eine und andere Neujahrskonzert statt. Dabei wird allerdings dieser Titel inzwischen so inflationär gebraucht, dass selbst Konzerte bis Mitte Januar manchmal als Neujahrskonzert tituliert werden. In Celle gibt es gleich zwei Neujahrskonzerte mit ganz ähnlichem, dem großen Wiener Vorbild nacheifernden Programm. Das inzwischen schon zur Tradition gewordene Neujahrskonzert des in den letzten Jahren so erstaunlich gut gewordenen Braunschweiger Staatsorchesters bekommt Konkurrenz durch ein Konzert der Lüneburger Sinfoniker. In beiden Konzerten sind Werke aus dem Goldenen und Silbernen Zeitalter der Wiener Operette zu hören. Weshalb die Stadt Celle als Veranstalter des Konzertes mit den Lüneburger Sinfonikern auftritt und damit riskiert, dass sowohl das Lüneburger als auch das Braunschweiger Orchesterkonzert weniger gut besucht werden als das bei einem einzigen Konzert der Fall wäre, entzieht sich jeder Sinndeutung. Man könnte es eher als Affront gegen die hiesigen Aktivitäten des Braunschweiger Staatsorchesters interpretieren, das schon seit vielen Spielzeiten unter eigener Verantwortung einen sinfonischen Konzertzyklus in Celle anbietet. Das Konzert mit den Lüneburgern ist direkt an Neujahr um 11.30 Uhr in der Alten Exerzierhalle. Das Konzert der Braunschweiger folgt am 7. Januar um 20 Uhr in der Congress Union.

Ein weiteres Neujahrskonzert ganz ähnlicher Art findet am 5. Januar mit den Göttinger Sinfonikern im Freizeitzentrum Unterlüß statt. Der Beginn ist um 17 Uhr. Dort dürfte das Haus wieder sehr voll werden. In der Staatsoper Hannover glaubt man sogar, dass zwei „klassische“ Neujahrskonzerte nötig sind um den zu erwartenden Zuspruch gerecht werden zu können. Direkt am Neujahrstag um 12 und um 19.30 Uhr kann man dort einerseits wienerische Klänge hören, aber auch französisches, slowenisches und südamerikanisches Repertoire will Chefdirigentin Kamensek spielen lassen. Das Programm liest sich äußerst interessant.

Weitere Neujahrskonzerte anderer Art finden in Bergen, Winsen und Nienhagen statt. Im Berger Stadthaus gibt es am 4. Januar um 20 Uhr Kaffeehausmusik und Schlager der 20er- bis 40er Jahren. Im Winser Grooden Hus spielt am 5. Januar um 17 Uhr das Posaunenquartett „opus 4“ ein nicht näher bekanntes Programm. Konkreter und recht ambitioniert wird es am 3. Januar um 19.30 Uhr im Hagensaal der Gemeinde Nienhagen, wenn das Regionale Jugendsinfonieorchester Hannover Werke von Blacher, Tschaikowsky und Dvorak spielt. Da darf man gespannt sein, wie sich die ja meist leidenschaftlich zu Werke gehenden jungen Instrumentalisten mit einem so anspruchsvollen Werk wie der 7. Sinfonie von Dvorak schlagen.

Auch das Celler Schlosstheater wird dieses Jahr wieder mit einem Neujahrskonzert sein Publikum suchen. Am 5. Januar um 17 Uhr wird das neue Jahr musikalisch und mit ausgewählten literarischen Beiträgen begrüßt. Ein humorvoller Rückblick auf 2013 soll verbunden werden mit einer augenzwinkernden Vorschau auf 2014. Eine Woche später, am 12. Januar, gleichfalls um 17 Uhr, wird in der Celler Stadtkirche das Orchester des aus Celle stammenden Thorsten Encke, das Ensemble musica assoluta, mit einem Neujahrskonzert seinen Jahreseinstand geben. Auf dem Programm stehen Werke von Vivaldi und Gershwin, eine höchst ungewöhnliche Kombination, auf die man gespannt sein darf. Wem auch das noch nicht ausgefallen genug ist, der sei nach Hannover verwiesen, wo es in der Kestner-Gesellschaft schon seit Jahren ein alternatives Neujahrskonzert mit neuer Musik gibt, unter anderem mit Mauricio Kagels „Märschen, den Sieg zu verfehlen“. Traditionell beginnt dieses Konzert am Neujahrstag um 11.30 Uhr. Und es gibt kostenlosen Rollmops und Kopfschmerzmittel.

Von Reinald Hanke