Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Nicht die letzte Reform
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nicht die letzte Reform
21:07 12.11.2010
Celle Stadt

Bisher ist es keiner Bundesregierung gelungen, die ausufernden Kosten im deutschen Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Deswegen steigen in schöner Regelmäßigkeit die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Kein Wunder, dass Arbeitgeber, Gewerkschaften und Sozialverbände ihr deutliches Missfallen auch an der gestern vom Bundestag verabschiedeten Gesundheitsreform geäußert haben.

Die Deutschen werden immer älter. Und der medizinische Fortschritt wird immer teurer. Diese beiden Argumente werden stets dann angeführt, wenn es darum geht, die gesetzlich Krankenversicherten wieder einmal stärker zur Kasse zu bitten. Und falsch sind diese Argumenten ja auch wirklich nicht. Doch gerade dann, wenn die Kosten ins Unermessliche zu steigen drohen, müssten Regierung und Opposition verstärkt nach Einsparmöglichkeiten suchen. Und die gibt es im deutschen Gesundheitswesen genug. Doch bisher ist jeder Politiker – egal aus welcher Partei – bei dem Versuch gescheitert, den mächtigen Lobbygruppen im deutschen Gesundheitswesen Pfründe und Privilegien ernsthaft streitig zu machen.

Dennoch müssen einige Fragen immer wieder gestellt werden: Warum sind Medikamente in Deutschland so teuer wie in fast keinem anderen Land Europas? Warum gibt es in Deutschland so viele gesetzliche Krankenkassen, die alle annähernd identische Leistungen anbieten, aber ihren Vorstandschefs teilweise astronomische Gehälter zahlen? Warum werden manche ärztliche Leistungen so niedrig honoriert und andere viel zu hoch? Fragen, die auch Gesundheitsminister Philipp Rösler nicht befriedigend beantworten kann. Und deshalb wird seine Gesundheitsreform auch nicht die letzte ihrer Art sein. Michael Regehly

Von Michael Regehly