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Celle Stadt Nicht länger Vorreiter: Energiewende in Celle stagniert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nicht länger Vorreiter: Energiewende in Celle stagniert
16:53 10.02.2014
Quelle: Maren Schulze
Celle

2012 verzeichnete die Celle-Uelzen Netz (CUN) einen Anstieg der eingespeisten Strommenge aus den alternativen Energieanlagen um mehr als 14 Prozent auf fast 781 Millionen Kilowattstunden. „In vergangenen Jahr werden es nach den vorläufigen Berechnungen noch etwas mehr als 800 Millionen Kilowattstunden sein”, sagt Sprecher Ralf Horst. Der nochmalige Anstieg 2013 um etwas mehr als vier Prozent erklärt sich aber vor allem damit, dass viele ihre neuen Anlagen 2012 noch ans Netz angeschlossen haben, um die höheren Fördersätze zu bekommen. Diese Anlagen hatten erst 2013 ihre Produktionsstärke erreicht. Mit den 800 Millionen Kilowattstunden produziert der Landkreis Celle derzeit rein rechnerisch 65 Prozent seines Energiebedarfs aus alternativen Energien.

Carsten Lehmann von der CUN erwartet derzeit keine größeren Zuwächse bei den Anlagen mehr. Nur bei kleinen Photovoltaikanlagen auf Ein-Familien-Häusern für den Eigenbedarf werde es weitere Zubauten geben.

Doch die Stagnation im Landkreis bedeutet für den Celler Verbraucher noch lange nicht, dass der Strompreis deshalb in absehbarer Zeit sinken wird. Denn der Staat nimmt immer mehr Abgaben, die auf den Preis aufgeschlagen werden.

Ganz neu mit dabei ist die Abschaltumlage. Damit werden in der Regel Windkraftanlagenbetreiber entschädigt, die ihre Anlagen runterfahren müssen, weil sonst das Netz überlastet wird. Dazu kommt die Umlage für die Befreiung von energieintensiven Unternehmen und als dicke Brocken die EEG-Umlage, Stromsteuer und nicht zu vergessen die Mehrwertsteuer, bei der der Staat noch einmal doppelt kassiert.

Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt im Jahr bei der SVO Vertrieb 1067 Euro. „Durch geschickten Einkauf und eine Absenkung der Netzentgelte können wir den Preis gegenüber 2013 stabil halten”, sagt Horst. Der Staatsanteil steigt bei dieser Summe 2014 aber trotzdem auf 54,2 Prozent (siehe Grafik). Unter anderem wird auch für die EEG-Umlage ein Cent mehr pro Kilowattstunden fällig. Diese erhöht sich auf 6,24 Cent.

Für die Zukunft erwartet die SVO laut Horst beim EEG nicht mehr diese großen Sprünge wie in den vergangenen beiden Jahren. Allerdings ist auch keine Absenkung oder Stagnation in Sicht. Was das für den Strompreis bedeutet, ist derzeit noch unklar, denn es gibt laut Horst sehr viele Faktoren wie Netzentgelte und andere Abgaben.

Um die Kosten zu verringern muss man Strom sparen oder den Anbieter wechseln. Die Möglichkeit zum Vergleich bieten unter anderem Internetseiten wie www.verivox.de.

Von Tore Harmening