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Celle Stadt Nigge: Schwarze Null in fünf Jahren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nigge: Schwarze Null in fünf Jahren
18:56 16.06.2016
Von Michael Ende
"Nicht Politiker, sondern Stadtmanager": Jörg Nigge zieht es zurück in die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

„Derzeit hat unsere Stadt keine Ziele und keine Energie. Unser Celle kann mehr, und das werden wir ab dem 11. September allen beweisen“, so Nigge, der als OB tüchtig zupacken will. Er hat sich Ziele gesteckt, die andere „sportlich“ nennen würden. Er tut das nicht: „Meine Ziele sind realistisch, und wir werden sie erreichen. Ich werde innerhalb von fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren und den Leerstand in der Innenstadt halbieren.“ Weitere Kernpunkte des Nigge-Programms: Ausbau der Tourismusinfrastruktur und der Wirtschaftsförderung und eine Beschleunigung der Stadtentwicklung im Rahmen einer Gesamtstrategie sowie die Stärkung der Familieninfrastruktur zur Gewinnung junger Familien.

Viele wichtige Sozial-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsprojekte könnten momentan nicht in Angriff genommen werden, weil schlicht kein Geld da sei, so Nigge: „In den vergangenen sieben Jahren hat die Stadt Celle 60 Millionen Euro an zusätzlichen Schulden aufgebaut und damit den fünfthöchsten Schuldenstand in ganz Niedersachsen angehäuft. Dies trotz eines sehr positiven gesamtwirtschaftlichen Umfeldes in Deutschland, welches auch die Mehrzahl der Kommunen gut dastehen lässt. Hier gibt es viel Potentzal, sich zu verbessern.“ Auch der Leerstand strahlt laut Nigge stärker auf andere Politikfelder aus, als man sich gemeinhin vorzustellen vermöge: „Ist die Innenstadt unattraktiv, bleiben Touristen aus, Bürger fühlen sich unwohl, Familien ziehen nicht nach Celle und Unternehmen, die wir für Celle gewinnen wollen, die aber ihren Mitarbeitern eine attraktive Umgebung bieten müssen, entscheiden sich gegen Celle.“

In Bezug auf den Haushalt spielen für Nigge die Zusammenarbeit und Synergien mit dem Landkreis, aber auch die Beseitigung von überflüssigen Strukturen innerhalb der Stadt eine große Rolle. „Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, Besitzstandswahrung dahingehend zu betreiben, dass wir uns Doppelarbeiten zum Kreis, aber auch innerhalb der eigenen Verwaltung leisten.“ Ferner benötige Celle wie jedes Unternehmen ein Investitionscontrolling: „Wir investieren nach nicht nachvollziehbaren Gesichtspunkten in unnötige Projekte und lassen andere wesentliche Dinge völlig außen vor. Nicht die Zuweisung von Fördermitteln darf für Investitionen ausschlaggebend sein, sondern die Haushaltslage und eine zu erarbeitende Prioritätenreihenfolge.“ Eine stärkere unternehmerische Ausrichtung im Bereich der Investitionen könne viel Geld einsparen: „Derzeit wird mehr investiert, als überhaupt da ist, und Projekte, die jetzt als geplant bezeichnet werden, wie eine Mehrzweckhalle, sind überhaupt nicht eingestellt.“

Nigge zieht es zurück in die Stadt, in der er aufgewachsen ist: „Wir brauchen nicht den Politiker, wir brauchen den Stadtmanager – und ich komme mit diesem anderen Ansatz. Ich glaube, ich kann deutlich und authentisch klarmachen, dass ich kein Politiker bin, sondern auf Grund von gewissen Erfahrungen hier antreten möchte. Und ganz wichtig: Das ist einfach meine Heimat, für die ich hier arbeite. Ich würde dies alles für keine andere Stadt machen. Ich liebe diese Stadt. Ich bin hier toll aufgewachsen. Und ich möchte, dass diese Stadt sich weiterentwickelt. Das ist für mich das wesentliche Argument.“

Für Celle habe vermutlich schon seine bloße Programm-Vorstellung etwas gebracht, lächelt Nigge verschmitzt: „Wenn ich jetzt allein durch Vorstellung meines Programms bewirke, dass in den nächsten Wochen noch Themen umgesetzt werden, so wie man die Planungen des zweiten und dritten Abschnittes der Allerinsel nun nach meinen Einlassungen vielschichtiger und offener zu gestalten scheint, ist für Celle schon viel gewonnen. Dennoch rate ich dazu, das Original zu wählen.“