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Celle Stadt Nitrat im Celler Grundwasser
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nitrat im Celler Grundwasser
15:59 28.07.2017
Celle

Er könne nicht nachvollziehen, warum eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums ausgeführt habe, dass alle Grundwasserkörper im Landkreis Celle aufgrund der Nitratbelastung in einem schlechten Zustand seien, sagte Angermann. Denn er habe im Januar in einer schriftlichen Anfrage an die Landesregierung nach den Nitratwerten in den vier Grundwasserkörpern im Landkreis gefragt und eine ganz andere Antwort erhalten. So führe die Landesregierung in ihrer Antwort aus, dass 8 der 31 Grundwassermessstellen im oberflächennahen Grundwasser im Landkreis Celle den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter übersteigen. „Bei genauer Betrachtung der Einzelwerte ist aber festzustellen, dass das Grundwasser in 21 Messstellen mit 0,5 – 3,0 Milligramm Nitrat je Liter eine hervorragende Qualität hat“, so Angermann.

Auch Martin Albers vom Landvolk Celle ist diese Problematik schon aufgefallen. So könne man auf der Internetseite des Umweltministeriums erkennen, dass ein Großteil der Messstellen in Celle keine bedenklichen Werte aufweisen. "Die nitratbelasteten Messungen beschränken sich alle auf den Nordkreis. Im sonstigen Landkreis sind die Werte in Ordnung", sagt der Geschäftsführer des Kreisverbands des Landvolks. Warum gerade der Norden betroffen sei, ließe sich nicht erklären. "Landwirtschaft kann ein Grund dafür sein", sagt Albers. Aber auch andere Faktoren könnten hier mit reinspielen. Die genaue Ursache lasse sich nicht feststellen, so Angermann und Albers.

Der Landtagsabgeordnete vermutet, dass die Aussagen des Umweltministeriums ein Versuch der Landesregierung sind, die Verschärfung des Düngegesetzes zu begründen. So werde die Landwirtschaft für die hohe Nitratkonzentration verantwortlich gemacht. Deshalb müssten Landwirte zukünftig ab einer bestimmten Menge jeden Kubikmeter Gülle, den sie an einen Nachbarn oder Kollegen abgeben, innerhalb eines Monats an eine zentrale Datenbank melden. Der aufnehmende Landwirt muss diesen zugleich in der Datenbank als empfangen bestätigen.

Das Umweltministerium führt hingegen eine andere Erklärung für die kritische Bewertung des Grundwassers an. So dürfe man bei der Beurteilung den Blick nicht nur auf die Messungen im Landkreis Celle beschränken. "Die Grundwasserkörper, die anteilig im Gebiet des Landkreises Celle liegen, haben jeweils eine Ausdehnung, die deutlich über diejenige des Landkreises hinausgeht. Um somit die Bewertung der Grundwasserkörper nachvollziehen zu können, müssen sämtliche Messstellen im jeweiligen Grundwasserkörper betrachtet werden", sagt Justina Lethen, Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums.

Für die weitere Beurteilung wurden nur diejenigen Grundwasserkörper, in denen mindestens eine Messstelle den Grenzwert überschreitet, weiter betrachtet. Wenn dann ermittelt wurde, dass mindestens ein Drittel des Grundwasserkörpers oder 25 Quadratkilometer aufgrund der Messwerte als belastet einzustufen sind, gelte das gesamte Wasser als belastet, so Jethen.