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Celle Stadt Noga Quartet hinterlässt im Celler Rittersaal starken Eindruck
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Noga Quartet hinterlässt im Celler Rittersaal starken Eindruck
14:57 20.09.2016
Mit einem ganz eigenen Sound bestach dasNoga Quartet - bei seinem Auftritt im Rittersaal des Celler Schlosses. Quelle: Alex Sorokin
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Nach einem Haydn-Quartett erklangen die „Six moments musicaux“ von György Kurtag – vielleicht nicht ganz so differenziert ausgestaltet wie das die ganz renommierten Ensembles musizieren, wenn sie denn diese Stücke überhaupt im Repertoire haben, aber es erwies sich schon bei den ersten Tönen, dass das Noga-Quartet bei Kurtag wirklich zu Hause ist. Die Nogas horchten hinein in die so konzentrierte Klangwelt von Kurtag und brachten sie mit einer Selbstverständlichkeit zum Klingen, dass man nur fasziniert sein konnte. Für das mit dieser Art Musik weniger vertraute Publikum war es zudem hilfreich, dass Cellist Joan Bachs ein paar aufschlussreiche Erklärungen vorab gab. Wer die „Moments musicaux“ von Schubert im Hinterkopf hat, der konnte diese Musik zudem noch mit ganz anderen inneren Bezügen hören. Da erschloss sich einem ein ganz Kosmos dank der Spielweise des jungen Quartetts.

Gleichfalls sehr gelungen war das späte G-Dur-Streichquartett von Antonin Dvorak. Hier zeigte sich, mit welcher Klangfarbenpracht das Ensemble spielen kann. Natürlich machte es die Überakustik des Raumes den Musikern leichter, diese Klangfarben wirkungsvoll vorzuführen, aber diese Chance nutzen keineswegs alle, die in diesem nicht einfach zu bespielenden Raum musizieren. Hier gelang das auf jeden Fall bestens. Der erste Satz wirkte so fast wie von Ravel geschrieben.

Ja, diese Musik wird zu oft als romantischer Folklorismus unterschätzt, dabei ist Dvoraks Musik nicht nur von einem immensen Melodienreichtum, sondern auch von raffinierter Rhythmik und ambitionierter Formgestaltung geprägt. Hier kam das alles bestens zum Publikum herüber. Ein starker Eindruck von einem Quartett mit einem ganz eigenen Sound, das man gerne wiederhören möchte.

Von Reinald Hanke