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Celle Stadt Nordwall-Anwohner sollen mitreden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nordwall-Anwohner sollen mitreden
13:09 08.03.2012
Von Michael Ende
Das Quartier zwischen Nordwall und Stadtgraben soll neu strukturiert werden. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

CELLE. "Wenn sich viele für den Erhalt der Institution Rio's einsetzten - würde das etwas ändern?" fragte eine Bürgerin. "Nein", antwortete Stadtbaurat Matthias Hardinghaus. Und Bauausschuss-Vorsitzender Axel Fuchs (CDU) fügte hinzu, dass sich die Kneipiers demnächst einen neuen Standort suchen müssten: "Dieses Haus ist schon Eigentum der Stadt und kann abgerissen werden." Entschlossen präsentierten sich am Mittwoch bei der Sitzung des städtischen Bauausschusses Politik und Verwaltung - entschlossen, das Quartier zwischen Nordwall und Stadtgraben zu entwickeln.

Das soll nicht ohne oder gar gegen, sondern mit den betroffenen Bürgern geschehen, bekräftigte Hardinghaus, der erläuterte, dass zunächst im Jahr 2013 das Verkehrskonzept Neumarkt umgesetzt werden solle, bevor 2014 oder 2015 der gegenläufige Ausbau des Nordwalls dran sein solle: "Vorausgesetzt, die Fördergelder fließen." Es gehe um mehr als nur den Ausbau einer Straße. Links und rechts von ihr sollten im Rahmen des Bebauungsplans „Stadtquartier Schuhstraße/Nordwall“, dessen Aufstellung der Stadtrat bereits 2006 eingeleitet hatte, neue Strukturen geschaffen werden.

Jetzt wolle man zunächst die "frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung" einleiten, sagte Stadtplaner Wolfgang Schucht: "Wir wollen alle, die es angeht, informieren. Dabei steht noch längst nicht fest, wie genau die Planungen aussehen werden." Grundsätzlich solle im Block zwischen Schuhstraße und Nordwall Wohnen forciert werden, während zwischen Nordwall und Stadtgraben ein Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnen möglich sei:"Wir wollen dazu die Stimmen der Eigentümer und Anwohner hören - erst danach sollen die Planunterlagen ausgearbeitet werden."

Mehrere Varianten für das zukünftige Nordwall/Stadtgraben-Viertel hat die Verwaltung bereits skizziert. "Dabei handelt es sich um städtebauliche Modelle. Die auf den Skizzen eingezeichneten Gebäude stehen symbolisch für Bebauung - in diesem Fall eine lockere Bebauung", sagte Schucht, als er einige Entwürfe erläuterte: "Wir sind gespannt, wie die Bürger darauf reagieren und was am Ende bei der Planung herauskommt." Wichtig sei, dass kein einziges Haus auf der Nordwall-Nordseite unter Denkmalschutz stehe: "Dieser Bereich ist gut entwickelbar."

Torsten Schoeps (WG) fragte, ob man die alte MTV-Turnhalle abreißen wolle. Die Frage formuliert auch die FDP in einem aktuellen Antrag. Die Liberalen wollen von der Verwaltung wissen, ob eine Teilabriss mit Sanierung oder ein Neubau der MTV-Halle kostengünstiger wäre: "Nach unsere Informationen ist die Halle weder behindertengerecht noch für ältere Mitbürger nutzbar." Über die Zukunft der Halle sei man noch "in Gesprächen" mit dem Sportverein, so Schucht: "Das Ergebnis ist derzeit noch offen. Die Verwaltung ist bestrebt, die liegenschaftlichen Aufgaben zu lösen."

Dabei wird sie um Karsten Schröder nicht herum kommen. "Ich bin betroffen", sagte der ehemalige CDU-Altstadt-Ortsbürgermeister, dessen Handwerksbetrieb auf der Nordwall-Nordseite liegt. Schröder bezweifelte vor dem Ausschuss, ob die "immense Verbreiterung" der Straße wirklich überall notwendig sei und ob seine Immobilie zwingend der neuen Trasse weichen müsse: "Hat die Stadt auch eine Variante geprüft, die den größtmöglichen Schutz des Eigentums gewährt?" Diese Frage sei mit dem Ratsbeschluss von 2009 beantwortet worden, sagte Hardinghaus. Zufrieden stellte diese Replik Schröder nicht. Es herrscht Gesprächsbedarf.