Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Nordwall: Ohne Abrisse geht's nicht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nordwall: Ohne Abrisse geht's nicht
14:47 09.03.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Als längst beantwortet hatte Jens Hanssen, im Celler Rathaus Fachbereichsleiter für Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen, die Frage eingestuft, ob zum gegenläufigen Ausbau des Nordwalls der Abriss der Häuser im Norden der Straße nötig sei. "Das haben wir geklärt - es geht nicht anders", sagt er jetzt jenen, die die Frage erneut stellen.

Abgezeichnet habe sich das bereits 2003, als nach dem Planspiel Innenstadt das Ring-Konzept des Cityverkehrs geboren wurde, so Hanssen: "Damals und heute hieß es: Innerer Ring - Einrichtungsverkehr. Äußerer Ring - Zweirichtungsverkehr." Im Jahr 2007 habe sich herauskristallisiert, dass es "einzig sinnvoll" sei, den Nordwall zu verbreitern, indem man auf der nicht denkmalgeschützen Nordseite Platz schaffe.

Ohne Verbreiterung ist der Nordwall nicht gegenläufig befahrbar - stimmt das denn wirklich? "All den Ich-leg-mal-den-Zollstock-über-den- Nordwall-Vertretern muss ich sagen: Das geht so nicht", so Hanssen, der für einen offenen Dialog mit Kritikern plädiert. Bereits jetzt gebe es am Nordwall zu wenig Platz für Nebenanlagen wie ordentliche Fuß- oder Radwege: "Teilweise gibt es nur ein schmales Schrammbord. Auf der Südseite ist der Fußweg heute schon viel zu schmal. Fördermittel für den Ausbau erhalten wir nur, wenn wir die Verkehrssituation deutlich verbessern - und das geht nur, indem wir Platz auf der Nordseite schaffen."

Dass nun neben anderen der ehemalige Altstadt-Ortsbürgermeister und Nordwall-Nordseitenanlieger Karsten Schröder (CDU) die Abriss-Pläne in Frage stellt, irritiert Hanssen: "Am 11. Juni 2009 hat die Verwaltung den Fachausschüssen und dem Altstädter Ortsrat und auch auf Nachfrage von Herrn Schröder ausführlichst erklärt, warum die Abrisse nötig sind. Damals war bekannt, dass die ganze Nordseite abgerissen werden soll. Eine Woche später hat damals der Rat dieses Konzept mit großer Mehrheit beschlossen." Auch die Feuerwehr erwarte sich übrigens Positives vom Nordwall-Ausbau, so Hanssen: "Die warten nur darauf."

Seit 2009 treibe die Verwaltung die Nordwall-Planungen voran, so Hanssen. Das betreffe auch die Frage des Grunderwerbs: "Deutlich mehr als die Hälfte der Häuser, die wir brauchen, haben wir schon gekauft." Sie und ihre Nachbargebäude sollten abgerissen werden, um Raum für Neues zu schaffen: "Wir gehen davon aus, dass auf der Nordwall-Nordseite erst einmal alles weg kommt. Aber wir gehen auch davon aus, dass da wieder etwas hinkommt."