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Celle Stadt Notfall-Regelung vor der eigenen Klinik: AKH Celle steht nicht allein
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Notfall-Regelung vor der eigenen Klinik: AKH Celle steht nicht allein
18:16 29.01.2014
Von Gunther Meinrenken
Als am Dienstag eine Patientin im Bereich des AKH-Haupteingangs einen - Krampfanfall erlitt, wurde ein Rettungswagen gerufen. Viele Leser sind empört, doch - dieses Vorgehen ist in der Krankenhauslandschaft allgemein üblich. Quelle: Torsten Volkmer
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Die Rettungspanne am AKH, wo am Dienstag eine etwa 40 Jahre alte Patientin der Celler Klinik im Bereich des Haupteingangs einen Krampfanfall erlitt, aus dem AKH heraus aber aufgrund eines Kommunikationsfehlers keine sofortige ärztliche Hilfe erhalten hatte, erregt noch immer die Gemüter. Auf Unverständnis stößt dabei - nicht nur auf der CZ-Facebookseite - vor allem, dass selbst bei einem Notfall auf dem Krankenhaus-Gelände ein Rettungswagen gerufen werden soll. Doch mit dieser Regelung steht das AKH keineswegs allein auf weiter Flur.

Im Gegenteil: Dieses Vorgehen ist in der Krankenhaus-Landschaft üblich. Das ergaben Nachfragen der CZ bei der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Klinikum Lüneburg. An beiden Krankenhäusern wird ebenfalls bei einem Notfall auf dem Gelände über den Notruf 112 ein Rettungswagen angefordert. Zusätzlich gibt es an diesen Kliniken ein Erste-Hilfe-Team, das sofort verständigt wird und sich mit der nötigsten Ausrüstung auf den Weg zum Einsatzort macht, um die Erstversorgung sicherzustellen.

Auch am AKH steht so ein Notfallteam parat, es ist bei der Intensivstation angesiedelt. „Der Fehler bestand darin, dass dieses Notfallteam, das mit einem Koffer für die Erstversorgung ausgerüstet ist, nicht verständigt wurde“, erklärte AKH-Vorstand Stephan Judick. Ein Rettungswagen sei noch aus der Notfallambulanz heraus angefordert worden, so Judick. Das hätten die internen Nachforschungen ergeben.

Judick kann verstehen, dass für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar ist, dass extra ein Rettungswagen angefordert werden müsse. Doch dafür gebe es zwei Gründe. „Die Bergung und Sicherstellung eines Patienten erfolgt sicherer und schneller durch den Rettungswagen, selbst wenn sich ein Notfall unmittelbar vor dem Krankenhaus ereignet. Der Rettungswagen verfügt über die notwendige Ausrüstung für unterschiedlichste Notfälle und ist auch im Team unterwegs, was in vielen Situationen unabdingbar ist“, sagte der AKH-Vorstand.

Im Fall des Krampfanfalls habe der Rettungswagen alle erforderlichen Dinge an Bord gehabt; ein aus der Notfallambulanz herbeigerufener Arzt hätte diese Ausrüstung erst noch herbeischaffen lassen müssen, nachdem er die Patientin gesehen hätte. „Der zweite Grund ist, dass die Notfallambulanz ihre Ressourcen unbedingt vorhalten muss, denn es können zeitgleich weitere Notfälle eingehen und dann muss das Team vollständig sein“, so Judick.

Der AKH-Vorstand ist froh, dass die Patientin durch den Vorfall keinen Schaden genommen hat. „Wir bedauern sehr, dass es zu einer zeitlichen Verzögerung der medizinischen Erstversorgung kam. Wir haben noch am Dienstag umgehend Maßnahmen ergriffen, um derartige Verzögerungen in der Zukunft zu verhindern“, sagte Judick.