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Celle Stadt Notfallserie: Erst Verlust bei Celler Behörden melden dann abwarten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Notfallserie: Erst Verlust bei Celler Behörden melden dann abwarten
18:27 20.03.2015
Wenn der Geldbeutel samt Papieren verloren geht, stehen einige Behördengänge an.  Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Wer seine Geldbörse mit der ganzen Palette an Dokumenten verloren hat, sollte erst einmal Ruhe bewahren, rät Stadtsprecherin Myriam Meißner. Nach Erfahrungen des Celler Fundbüros wird im Regelfall das Portemonnaie von Personen gefunden, die keine bösen Absichten haben. Meist können sie sich in die Lage des Betroffenen hineinversetzen und geben die Geldbörse schnellstmöglich Am Französischen Garten 1 ab. Wenn das Portemonnaie mit Personalausweis aufgefunden wird, dann wird es immer an die Kommune des Wohnortes gesendet. Es lohnt sich also, dort öfters anzufragen.

Doch davon unabhängig muss man sicherheitshalber sofort die EC- und die Kreditkarte sperren lassen. Am besten unter der kostenlosen Notrufnummer 116 116. In der Meldestelle des Wohnortes muss der Personalausweis als "verloren" gemeldet werden. Unter Umständen ist eine Sperrung des elektronischen Identitätsnachweises notwendig. Ersatzdokumente, wie der Reisepass oder sogar die Geburtsurkunde, sind zum Nachweis der Identität nötig. Durch die Verlustmeldung setzt die Polizei den Ausweis auf die Fahndungsliste. Ist auch die Gesundheitskarte weg, muss auch die Krankenkasse benachrichtigt werden.

Man solle aber auch nichts überstürzen: "Viele denken, dass man durch den Verlust seiner Dokumente sofort ein Verwarn- oder Bußgeld bei möglichen Polizeikontrollen bekommt, und beantragen zwei Tage nach Verlust alle Dokumente neu", so Meißner. "Wenn man den Verlust der Dokumente angezeigt hat, ist man erst einmal auf der sicheren Seite." Es sei auch ärgerlich, wenn alle Dokumente neu beantragt sind und die Geldbörse eine Woche später mit dem gesamten Inhalt wieder auftaucht. Von daher sei es empfehlenswert vier, fünf Wochen mit der Neubeantragung zu warten.

Geht der Führerschein verloren, müssen die Celler das persönlich bei der Führerscheinstelle des Landkreises melden. Für die Beantragung eines Ersatzführerscheines werden Personalausweis oder Pass und ein Passfoto gebraucht. Liegt keine Diebstahlanzeige bei der Polizei vor, muss der Antragsteller eine kostenpflichtige eidesstattliche Erklärung über den Verlust abgeben. Wurde der verlorene Führerschein nicht vom Landkreis Celle ausgestellt, braucht man eine Bestätigung der Ausgabebehörde. In der Regel dauert es zwei, drei Wochen, bis man den neuen Führerschein hat. Das Verfahren kostet 30 oder auch 60 Euro.

Sofern es keine Diebstahlanzeige gibt, ist auch bei Verlust von Fahrzeugbrief oder Fahrzeugschein eine kostenpflichtige eidesstattliche Erklärung nötig. Diese nimmt die Zulassungsstelle des Landkreises entgegen. Ist dort kein aktueller Termin für die Hauptuntersuchung gespeichert, braucht man den aktuellen Prüfbericht als Nachweis. Ist der auch nicht vorhanden, kann der Fahrzeughalter bei der Prüforganisation eine Zweitschrift anfordern. Fehlt der Fahrzeugbrief, ist ein Aufbietungsverfahren notwendig. Das bedeutet, dass der Verlust beim Kraftfahrtbundesamt öffentlich bekannt gemacht werden muss. Sind 14 Tage abgelaufen, darf ein neuer Fahrzeugbrief ausgestellt werden.

Von Dagny Rößler