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Celle Stadt Notfallserie: Was tun, wenn's brennt?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Notfallserie: Was tun, wenn's brennt?
20:34 13.02.2015
Rund 300 Mal im Jahr rückt die Feuerwehr im Celler Stadtgebiet aus. Hier löscht sie einen Brand im Immenweg. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

„Rauchmelder sind Lebensretter. Sie sind wichtiger als Feuerlöscher“, betont Jan Höner zu Guntenhausen. Er ist stellvertretender Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Celle. Ab 2016 sind in Niedersachsen Rauchmelder in allen Wohnungen Pflicht. Mindestens je ein Gerät für Kinderzimmer, Schlafzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen, sind angebracht. Ihr Piepen weckt auch schlafende Bewohner in der Nacht, bevor gefährliche Rauchgase tödlich wirken.

Zudem empfiehlt Höner zu Guntenhausen jedem, sich einmal bewusst mit dem Thema Brandschutz zu befassen, damit Betroffene von einem Feuer nicht überrascht werden. 300 Mal im Jahr rückt die Feuerwehr im Celler Stadtgebiet aus. In Haushalten komme es häufig zum „Kardinalfehler“: Denn erhitztes Fett darf man niemals mit Wasser löschen. Dadurch kann es zu einer Fettexplosion kommen. Gerät Fett in Brand, ist es am besten, es mit dem Topfdeckel oder einer Decke zu ersticken.

Außerdem gehören glühende Zigarettenstummel und Kaminasche zu den häufigsten Brandursachen. Diese sollten mit viel Sorgfalt entsorgt werden. Auch defekte Toaster, Wasserkocher oder Kaffeemaschinen führen oft zu Bränden. „Technische Defekte kann man schlecht verhindern“, sagt Höner zu Guntenhausen. Es sei unrealistisch, bei jedem Gerät immer den Stecker zu ziehen. Doch Mehrfachstecker mit Schalter bieten mehr Sicherheit.

Im Brandfall müssen zuerst alle Personen im Haus so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden. „Besonders Kindern muss man erklären, was passiert ist und was sie jetzt genau tun müssen“, so Höner zu Guntenhausen. Aus Erfahrung berichtet er, dass Kinder sich oft verstecken oder ein paar Spielsachen einpacken wollen. Zusätzliche Sicherheit biete der „Kinderfinder“. Das ist ein neongelber dreieckiger Sticker, der an der Kinderzimmertür unten aufgeklebt wird, wo der Rauch nicht so dicht ist. Damit erkennen Feuerwehrleute sofort, wo sich Kinder aufhalten könnten.

Wichtig sei es, Türen von außen zu verschließen, damit das Feuer nicht noch mehr Sauerstoff bekommt. „Vergessen Sie Ihren Schlüssel nicht“, sagt Höner zu Guntenhausen. Sonst koste die Feuerwehr das Öffnen der Haustür unnötig Zeit. Ist es nicht möglich, das Zimmer zu verlassen, sollte man von innen die Tür schließen und sie mit Kleidung oder nassen Decken abdichten. Dann sollte man sich am Fenster bemerkbar machen. Nach draußen zu klettern ist keine gute Idee. „Warten Sie in diesem Fall auf Hilfe. Die Feuerwehr ist mit einer Leiter innerhalb weniger Minuten da."

Haben alle Bewohner das Haus verlassen, gilt es die Einsatzkräfte unter 112 zu alarmieren. Vor allem bei Dunkelheit können wertvolle Sekunden gespart werden, wenn die Feuerwehr in die Örtlichkeit eingewiesen wird. Ist das Rettungsfahrzeug schon auf dem Weg, könne man versuchen, harmlose Brände selbst zu löschen. Doch Höner zu Guntenhausen warnt davor, den Helden zu spielen. Dabei könne man sich eine gefährliche Rauchgasvergiftung holen.

Auch im Betrieb sollte jeder sich einmal mit dem Brandschutz befasst haben. „Wenn Sie dort arbeiten, sollten sie sich mit den Fluchtwegen vertraut gemacht haben und Pläne lesen können.“ Firmen sollten neben geeigneten Löschmitteln feste Brandschutzbeauftragte, Rettungsketten und Sammelplätze haben. „Es ist wichtig, schnell zu sehen, wer noch fehlt.“ Grundsätzlich gilt es, Aufzüge im Brandfall nicht zu benutzen. „Wenn der Strom ausfällt, werden sie zur tödlichen Falle.“

Von Dagny Rößler