Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Nur wenige Beschwerden bei Gasumstellung im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Nur wenige Beschwerden bei Gasumstellung im Kreis Celle
16:10 22.12.2017
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Nach dem Bericht über eine defekte Heizung bei SVO-Kunden in Winsen haben sich Leser bei der CZ gemeldet. Der Tenor war, dass auch bei anderen Kunden im Zusammenhang mit der Gasumstellung Probleme aufgetreten seien. „Der von der SVO angekündigte Monteur kam, versuchte die Düsen einzubauen, was nicht gelang, da ein Lüftungsventil nicht geöffnet werden konnte. Wir erhielten die gleiche Auskunft wie Familie Weyeneth, diese Reparatur müssten wir auf unsere Kosten ausführen lassen“, schrieb Monika Meyer aus Winsen. „Im Sommer wurde unsere Heizung nach der Umstellung durch den Subunternehmer stillgelegt, sodass wir zwei Tage ohne Warmwasser waren“, äußerte sich der Celler Karl-Peter Krüger.

Bei Kerstin Weyeneth aus Winsen hatte es geheißen, dass bei ihrer Heizung ein Austausch der Düsen erforderlich sei. Später wurde eine defekte Pumpe festgestellt. Nach einigem Hin und Her bat sie ihren Heizungsbauer, eine neue Pumpe einzubauen. Auf der Rechnung von 380 Euro wird sie wohl sitzenbleiben, fürchtet sie.

Um die Versorgung mit Erdgas für die Zukunft zu sichern, hat die Bundesregierung beschlossen, die zur Neige gehenden L-Gas-Ressourcen durch H-Gas zu ersetzen. Das hat zur Folge, dass die SVO als Netzbetreiber die sogenannte Marktraumumstellung im Kreis Celle realisiert. „Genau heißt das, die Umstellung in den Kundenanlagen und im Netz vorzubereiten und durchzuführen. Da der Brennwert von H-Gas höher ist als der von L-Gas, müssen Bauteile, meistens die Düsen der Verbrennungsanlagen, getauscht werden. Nur so kann die Anlage nach der Umstellung sicher betrieben werden“, so Poestges.

Im Celler Raum müssen etwa 48.500 Geräte umgerüstet werden. Die Kosten liegen bei 14 Millionen Euro. Bis Ende Oktober 2018 soll die Umstellung beendet sein. „Zur Vorbereitung wurden alle Geräte in Augenschein genommen, um auszuwechselnde Bauteile wie zum Beispiel Düsen bestellen zu können“, sagte Poestges. Um diese Mammutaufgabe bewältigen zu können, arbeitet die SVO mit externen Firmen zusammen. „Die Dienstleister mussten Schulungen bei verschiedenen Heizungsherstellern nachweisen“, sagte sie. Zurzeit seien etwa 25 bis 30 „Anpasser“ unterwegs. „Ihre Aufgabe umfasst den notwendigen Tausch der Bauteile. Für diese Arbeiten übernehmen wir beziehungsweise der Dienstleister die Haftung. Für alle anderen Bauteile, die eine Störung der Heizung veranlassen können, wie zum Beispiel Verschleißteile, können wir keine Haftung übernehmen.“

Wenn sich ein Kunde beschwert, lasse der Energieversorger prüfen, was den Schaden verursacht hat. „Ist der Schaden nachweislich durch uns entstanden, haften wir. Ist der Schaden durch einen Verschleiß am Gerät entstanden, ist der Kunde in der Verpflichtung. Liegt die Ursache in einer Grauzone, kann es in Einzelfällen zu Kulanzregelungen kommen“, so die SVO-Sprecherin.