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Celle Stadt OHE: Celler SPD greift Landrat Wiswe an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt OHE: Celler SPD greift Landrat Wiswe an
17:18 07.10.2015
Von Gunther Meinrenken
Die Gütersparte der OHE steht auf dem Abstellgleis. Das Unternehmen möchte den Bereich Ende 2016 schließen. Quelle: Joachim Gries
Celle Stadt

"Der Landkreis Celle ist größter kommunaler Anteilseigner an der OHE, Vertreter im Aufsichtsrat ist der Celler Landrat Klaus Wiswe, der mittlerweile eingeräumt hat, dass er der Schließung zugestimmt hat", heißt es in einer Pressemitteilung von Schmidt und Pauls. Beide kritisieren, dass "nach wie vor Fakten und detaillierte Hintergründe zu der Entscheidung fehlen, Alternativen wurden keine genannt".

Genau an dieser Stelle setzten die Sozialdemokraten mit einem Eilantrag an, den sie heute in den Kreistag einbringen wollen. "Wir wollen die Vertretung des Landkreises in der Gesellschafterversammlung verpflichten, einer Schließung der Sparte nicht zuzustimmen, solange nicht alle Prüfungen stattgefunden haben“, sagt Pauls. Eine Schließung der Cargo-Sparte im "Hauruck-Verfahren" lehne man ab. Zumal der Betriebsrat eine Teilweiterführung der Sparte für wirtschaftlich tragbar halte, so Schmidt.

Wiswe betont, dass er "als Mitglied des Aufsichtsrates gesetzlich dem Wohl des Unternehmens verpflichtet" sei. "Dass ich unter Wohl des Unternehmens auch das Wohl der Arbeitnehmer als besonders wichtigem Teil des Unternehmens verstehe, ist doch selbstverständlich", so der Landrat.

Wiswe weist darauf hin, dass die Cargo-Sparte in den vergangenen Jahren lediglich einmal ein positives Betriebsergebnis erzielt habe. "Eine dauerhafte Belastung des Unternehmens OHE mit mehreren Millionen Euro Verlust aus der Cargo-Sparte pro Jahr ist jedoch nicht vertretbar. Vor diesem Hintergrund ist es im Interesse des Gesamtunternehmens, die Sparte Cargo zu schließen, auch wenn die Schließung selbst auch nicht unerhebliche Kosten verursacht", erklärt Wiswe.

Den Antrag der SPD hält Wiswe für keine Lösung: "Die OHE gehört zu 87,5 Prozent der Netinera/Bachstein GmbH. So viel zum Thema Einflussmöglichkeiten kommunaler Gesellschafter und Sinnhaftigkeit des Antrags der SPD. Ich versuche, in direkten Gesprächen etwas zu erreichen. Populistische Anträge und Vorwürfe der Herren Pauls und Schmidt sind bei den Mehrheitsverhältnissen eher schädlich", befindet der Landrat.