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Celle Stadt Oberhausener Kabarettist Mattias Reuter liefert in Celle Attacken Alltagsphänomene
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Oberhausener Kabarettist Mattias Reuter liefert in Celle Attacken Alltagsphänomene
23:21 15.02.2015
Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Die Terminierung von Reuters Auftritt war etwas unglücklich, denn er war gerade vor drei Wochen mit einigen Kollegen in der CD-Kaserne aufgetreten. Vielleicht war deshalb Kunst & Bühne nur mäßig gefüllt. Davon ließ sich der Kabarettist aber nur wenig irritieren und lästerte sogleich über sein Publikum: Dies habe sich offenbar „altersquotenmäßig der demografischen Entwicklung angepasst“.

Dann nahm sich der Künstler die These der „Schwarmintelligenz“ vor, die behauptet, viele Menschen seien zusammen intelligenter als jeder Einzelne. Vielleicht könne man durch Gruppenentscheidungen den einen Blödmann in der Gruppe neutralisieren, aber sonst sei das fraglich, und er sang: „Du machst was nach, was einer nachmacht, der jemandem was nachmacht: Das nennt man Schwarmintelligenz.“ Dann konterkarierte er dies mit Zitaten aus Internetforen, die überhaupt nichts Intelligentes enthielten.

Merkwürdig war bei Reuter, dass er neben seinen spielerischen Fähigkeiten am Klavier über eine kräftige, zu den Liedern passende Gesangsstimme verfügt. Aber beim Sprechen nervte seine hohe, schrille Stimme doch etwas.

Es gebe nur wenige Aktionen, die viele Menschen zusammen unternehmen könnten, ohne in Konflikt miteinander zu geraten. Dazu gehöre das gemeinsame Hupen, wie man bei der Fußball-WM habe beobachten können. Aus reiner Nächstenliebe sei er deshalb dazu übergegangen, vor einer roten Ampel mal zwei bis drei Grünphasen auszulassen, das tue den hinter ihm stehenden Fahrern richtig gut.

Mattias Reuter bot bei seinem Auftritt viele gute Ideen, die er in seinen Liedern und gesprochenen Texten so pointiert vortrug, dass sein Publikum sich gut unterhalten fühlte und vielfach vor sich hin kicherte.

Von Peter Bierschwale