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Celle Stadt Oberschulen kosten zwei Millionen Euro
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Oberschulen kosten zwei Millionen Euro
20:59 05.12.2011
Von Simon Ziegler
Celle Stadt

Acht eng bedruckte Din-A4-Seiten umfasst die Schrift „Oberschule in Celle - Fragen und Antworten“, die der Landkreis Celle zusammengestellt hat. Das Thema sei in seinen Zusammenhängen sehr komplex und schwer überschaubar, begründete Landkreis-Sprecher Ulf Keller die Publikation. Die Schrift werde auf der Landkreis-Seite im Internet veröffentlicht, sagte Schulamtsleiter Reinhard Toboll. Auch den Schulen werde sie zur Verfügung gestellt.

Die Broschüre enthält Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der neuen Schulform. Im Mittelpunkt steht die Reform in Stadt und Kreis Celle. Das Schulamt hat aktuelle Zahlen hinzugefügt, die den dramatischen Rückgang der Schülerzahlen belegen. Der demografische Wandel ist neben der geringer werdenden Akzeptanz der Hauptschulen der Hauptgrund für die Einführung der Oberschulen. Gegenwärtig besuchen im Landkreis Celle 2110 Schüler die 9. Klassen der weiterführenden Schulen. Dem stehen 1430 Geburten für den Einschulungsjahrgang 2016/17 gegenüber. Die Schülerzahl sei demnach innerhalb von 14 Jahren um fast ein Drittel gesunken, so der Kreis. Die Gesamtzahl der Celler Hauptschüler habe sich von 1995 bis 2011 in den Jahrgängen 7 bis 9 von 816 auf 474 fast halbiert.

Der Landkreis rechnet wegen der Schulreform in den kommenden 25 Jahren mit Mehrkosten von fast zwei Millionen Euro. Dabei handelt es sich nur um höhere Kosten bei der Schülerbeförderung. Diese kommen zustande, weil es weniger Schulen gibt und Kinder etwa aus Unterlüß oder Hambühren weitere Wege auf sich nehmen müssen.

Das Schulamt nimmt zudem Stellung zu einer Integrierten Gesamtschule (IGS). In der Stadt Celle kämen wegen der derzeit geforderten Fünfzügigkeit nur das Schulzentrum Burgstraße (Realschule Burgstraße/Gymnasium Ernestinum) oder die Schulanlage Heese (Realschule Auf der Heese/Hölty-Gymnasium) in Frage.

Nach Angaben von Toboll sei es aber denkbar, dass dann zwei Gymnasien schließen müssten. Beispiel: Käme die IGS in die Burgstraße, würde das Ernestinum aufgegeben. Da möglicherweise nicht alle Kinder an der IGS einen Platz finden, müsste die Oberschule auf der Heese mehr Schüler aufnehmen. „Dieser gesteigerte Platzbedarf bedeutete die Verdrängung des Hölty-Gymnasiums aus der Schulanlage“, schreibt der Landkreis.

Der von Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ins Spiel gebrachten IGS an der Hohen Wende wird eine Absage erteilt. Angesichts sinkender Schülerzahlen sei eine neue Schule nicht sinnvoll, heißt es in der Schrift. Außerdem stehe die Anlage unter Denkmalschutz, Änderungen im Gebäudebestand könnten nur schwer realisiert werden.