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Celle Stadt Oberstufe für die Fläche?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Oberstufe für die Fläche?
18:55 26.08.2010
Celle Stadt

Wie sieht die neue Gemeinschaftsschule in Celle aus. Über dieses Thema wird sich wohl in den kommenden Wochen die Diskussion in der Kreispolitik drehen. Die CDU-Fraktion hat in ihrer jüngsten Sitzung festgelegt, Haupt- und Realschule zusammen zu führen, die innere Differenzierung aber beizubehalten. Es soll die dort die Möglichkeit gegeben einen Abschluss zu erlangen, der auch zum Abitur führt. Für Joachim Müller sind diese Beschlüsse seiner Fraktion „keine dramatischen Wende, sondern eine Präzisierung unserer Politik“. Die CDU habe sich schon länger offen bei dem Themen KGS und Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen gezeigt.

„Mit dem Beschluss wird anerkannt, dass Haupt- und Realschulen in vielen Bereichen nicht mehr alleine lebensfähig sind“, sagte Landrat Klaus Wiswe. Es sei auch jetzt schon möglich, dass Schüler an Realschule einen Abschluss erwerben, der zum Abitur führt. „Diese Förderung müssen wir intensivieren. Ob das in einem eigenen Klassenverband oder mit gezielter zusätzlicher Förderung im Unterricht geschieht, müssen die Schulen entscheiden“, sagte Wiswe.

Für die neuen Schulen wird es aber nach den bisherigen Plänen keine Oberstufen geben und der Landrat hält auch nichts von dem Vorschlag von Wathlingens CDU-Samtgemeinderatsfraktionsvorsitzenden Torsten Harms, eine Oberstufe für Gemeinschaftsschulen aus der Fläche an einem Gymnasium in Celle einzurichten. Nach den Vorstellung Harms würde so ein Lernen aus einem Guss geschaffen. „Schüler sollten die Wahl behalten“, begründet Wiswe seine Ablahnung.

Über die Art der Gemeinschaftsschule wird es deshalb wohl Streit geben. Die Grünen geben Müller nämlich bei seiner Einschätzung recht, es handele sich nicht um eine radikale Kehrtwende der CDU. „Ich sehe das nicht als Kurswechsel “, sagt die schulpolitischen Sprecherin der Grünen Georgia Langhans. Es sei faktisch nur eine Abschaffung der Hauptschule. Sie halte die Gemeinschaftsschule in der von der CDU vorgeschlagenen Form für Etikettenschwindel.

Die Opposition kann sich den Vorschlag von Torsten Harms sehr gut vorstellen. Einer bloßen Fusion von Haupt- und Realschulen erteilt auch die SPD eine Absage: „Für uns ist eine Gemeinschaftsschule die gemeinsame Beschulung aller Schüler - die drei Schulformen Haupt-, Realschule und Gymnasium gehen damit in der neuen Schulform auf. Wenn die CDU nur Haupt- und Realschulen unter neuem Etikett zusammenfassen wolle, bringe das den Landkreis nicht weiter“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt. So sieht das auch Georgia Langhans.

Aus Schmidts und ihrer Sicht wären gemeinsame Schulen an den zentralen Orten, wo sie Eltern mehrheitlich fordern, ein richtiger Baustein. Dieser Vorschlag von Harms sehen sie als den richtigen Weg.

Den Gymnasien komme dabei eine Schlüsselstellung zu. Die allgemeinen und die Fachgymnasien in Stadt und Landkreis Celle seien für die Gemeinschaftsschulen entscheidend, da sie neben dem regulären Angebot in der Sekundarstufe I vor allem als Oberstufenangebot für die neue Schulform zur Verfügung stehen können.

Landrat Klaus Wiswe sieht für die Gemeinschaftsschüler die Fachgymasien als erste Anlaufstelle. „In der Praxis nehmen sie schon jetzt die meisten der Schüler von der Realschule auf“, sagte Wiswe. Nach seinen Vorstellungen sollen diese Schüler Priorität gegenüber Schülern haben, die vom normalen auf ein Fachgymansium wechseln wollen.

Von Tore Harmening