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Celle Stadt Österreich will Kellner aus Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Österreich will Kellner aus Celle
16:04 09.08.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Gleich mehrere tausend freie Arbeitsplätze in der Gastronomie und Hotellerie können zum Beispiel in der kommenden Wintersaison im Salzburger Land nicht besetzt werden. Als bundesweit erstes Jobcenterprojekt will man jetzt Celler nach Österreich vermitteln. Gerhard Bogensperger von der österreichischen Arbeitsverwaltung AMS hat jetzt bei einem Arbeitstreffen im Celler Jobcenter den Personalbedarf in der Region Salzburg dargestellt.

„Eine gute Chance für interessierte und motivierte Arbeitssuchende", dachte sich bereits im Vorfeld des Treffens Marcus Fohl, Teamleiter im Jobcenter im Landkreis Celle. „Wir schaffen damit ein außergewöhnliches Jobangebot. Das Neue an diesem Pilotprojekt namens Jobben ohne Grenzen: Wir vermitteln Arbeitssuchende ohne jegliche gastronomische Vorerfahrung ins Ausland. Neben einer ordentlichen Portion Motivation und Belastbarkeit sollten interessierte Bewerber Neugier auf Neues mitbringen.“

In Österreich werden die Projektteilnehmer durch Partner des Jobcenters im Landkreis Celle unterstützt und begleitet. Über das Netzwerk der europäischen Arbeitsverwaltungen (EURES) wurde der Kontakt nach Österreich aufgebaut. Bogensperger vom AMS Salzburg hat das Pilotprojekt bei Arbeitgebern bereits vorgestellt: „Das Interesse war so groß, dass ich bereits jetzt alle Arbeitsstellen sicher habe."

Während einer dreimonatigen Vorbereitungsphase wird den Teilnehmern das notwendige Rüstzeug an die Hand gegeben und viel praktisch geübt. Es erfolgen bedarfsgerechte Schulungen nach den Anforderungen der österreichischen Arbeitgeber. „Im Anschluss geht es ab Mitte Dezember dann für drei Monate nach Österreich und die dortige Arbeit beginnt. Das Jobcenter übernimmt hierfür die Anfahrtskosten; Unterbringung und Verpflegung in Österreich werden vom Arbeitgeber gestellt, und auch die doppelte Haushaltsführung wird erstattet, damit nicht die Wohnung hier gekündigt werden muss“, so Fohl weiter.

Die Saisonjobber erhalten ein Tablet und können sich so über den Skype-Internetdienst mit Bild und Ton austauschen. Auch die Rahmenbedingungen der Beschäftigung wurden festgeschrieben, es erfolgt eine sozialversicherungspflichtige, tarifliche Beschäftigung nach österreichischem Recht. Neben der kostenfreien Unterkunft und Verpflegung beträgt dieses in den drei Monaten insgesamt mindestens 5500 Euro – und Überstunden werden extra vergütet.

Gerhard Durchstecher, Geschäftsführer des Celler Jobcenters, beschreibt das Entstehen des Projektes: „Wir haben ein Interesse an der Saisonarbeit in den Vermittlungs- und Beratungsgesprächen abgefragt. Eine Teilnahme ist natürlich freiwillig, aber ziemlich schnell haben wir bereits sieben interessiere Bewerber gefunden. Wir wollen das Projekt erst einmal in einem kleineren Rahmen mit zwölf Teilnehmern starten, da so eine individuelle, persönliche Betreuung gut möglich ist.“ Wer das Arbeiten, wo andere Urlaub machen, durchhalte, habe damit im Lebenslauf etwas vorzuweisen. Ein erfolgreicher Einstieg in die Gastronomie oder Hotellerie könne so nachgewiesen werden, die Chance auf eine Anschlussbeschäftigung oder Ausbildung sei "groß", so Durchstecher.

Weitere Informationen zum Projekt erteilt Maike Himmelreich, Arbeits- und Ausbildungsakquisiteurin des Jobcenters, unter Telefon (05141) 961787.