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Celle Stadt Offener Brief zum AKH: Unabhängige verärgern Wiswe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Offener Brief zum AKH: Unabhängige verärgern Wiswe
16:19 30.03.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Am 17. April, dem Tag, an dem wegen der beginnenden Bauarbeiten am AKH, der Haupteingang an die Wittinger Straße verlegt wird, wird die Celler Klinik eine große Informationsveranstaltung abhalten. Wiswe hatten den „Unabhängigen“ im Vorfeld zusätzlich ein ausführliches Gespräch für den Tag danach angeboten. „Vor diesem Hintergrund bin ich überrascht von diesem „offenen Brief“, der nicht nur Fragen, sondern Behauptungen, Verdächtigungen und Mutmaßungen teilweise ehrenrühriger Art enthält“, begründet Wiswe jetzt die Absage des Gesprächs.

Auf zweieinhalb Seiten hatten die „Unabhängigen“ ihre Gedanken zum Thema „Altstandort versus Zukunftsstandort für das AKH-Celle“ dargelegt. In dem Schreiben unterstellt die Wählervereinigung, dass im Aufsichtsrat die Alternative eines Neubaus überhaupt richtig geprüft wurde. „Wir bezweifeln, dass eine objektiv-kaufmännische und ordentliche Prüfung beider Varianten gegeneinander und objektiv abgewogen wurde“, heißt es.

Kern der Argumentation der „Unabhängigen“ ist der Umstand, dass der Aufsichtsrat bereits im August 2011 sich gegen einen Neubau ausgesprochen hat. Eine Präsentation der Unternehmensberatung Roland Berger zu diesem Thema trage aber das Datum Dezember 2011, könne also nicht Grundlage der Beratung gewesen sein, kombinieren die „Unabhängigen“. Zudem sei das darin aufgeführte Zahlenmaterial „ganz offensichtlich unvollständig und auch nicht nachvollziehbar“, so die „Unabhängigen“ in ihrem offenen Brief.

Selbstbewusst fordert der Wählerverein daher, „die Gutachten hierzu in Gänze zur Einsicht vorzulegen, um hier Nachvollziehbarkeit zu erreichen – und so auch nachhaltige Entscheidungsfindungen zu erarbeiten.“ Und wehe, das AKH kommt dieser Forderung nicht nach. Dann, so heißt es in dem Schreiben, „behalten wir uns vor, hier die aufsichtsführenden Behörden und staatlichen Stellen um die nachhaltige Klärung zu bemühen“.

Gegenüber der CZ stellte Wiswe klar, dass Roland Berger bereits im Juli 2011 umfassend die Kosten für beide Varianten – Neubau oder Weiterentwicklung am jetzigen Standort – dargelegt habe. „Auf der Basis dieser plausibel dargestellten Zahlen, Daten und Fakten, hat sich der Aufsichtsrat am 26. August gegen einen Neubau auf der grünen Wiese entschieden“, so Wiswe. Im November habe der neue Aufsichtsrat noch einmal mit dem Thema beschäftigt. Nach ausführlicher Diskussion mit Vertretern von Roland Berger aber keinen Grund gesehen, den Beschluss vom August zu revidieren.

Wiswe tritt dem Eindruck entgegen, die AKH-Verantwortlichen hätten sich mit der Materie nicht ernsthaft beschäftigt. „Ein weiteres Beratungsunternehmen des Gesundheitswesens hat uns die Kosten eines Neubaus bestätigt. Dort war man sogar ehder der Auffassung, dass die Ansätze dafür zu gering seien“, so Wiswe.

Der AKH-Aufsichtsratsvorsitzende kann das Vorgehen der „Unabhängigen“ nicht mehr nachvollziehen. „Es ist schwierig einzuordnen, was die Unabhängigen dazu treibt, veröffentlichte Wahrheiten immer wieder in Zweifel zu ziehen“, so Wiswe.