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Celle Stadt Ohne wolfsabweisenden Grundschutz keine Entschädigung
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ohne wolfsabweisenden Grundschutz keine Entschädigung
17:28 19.05.2015
Celle Stadt

Schafhalter im Landkreis Celle erhalten ab Ende November nach Rissen durch Wölfe nur dann eine Entschädigung, wenn ihre Tiere auf der Weide durch einen „wolfsabweisenden Grundschutz“ gesichert sind. Das geht aus der im November 2014 vom Umweltministerium in Hannover veröffentlichen "Richtlinie Wolf" hervor. „Die Halter großer Herden wissen das“, ist der Escheder Wolfsberater Helge John sicher. Doch dass auch Hobbyzüchter von Schafen, Ziegen und Gatterwild die Frist kennen, da hat John so seine Zweifel.

Wie ein wolfsabweisender Grundschutz auszusehen hat, ist in zwei Anlagen zu der Richtlinie detailliert erläutert. So ist für Zäune, die Schafe oder Ziegen schützen sollen, eine Mindesthöhe von 90 Zentimetern vorgesehen, wenn sie zusätzlich durch stromführende Drähte abgesichert sind. Zäune bei Gatterwild müssen eine Mindesthöhe von 180 Zentimetern haben. Neben dem vorbeugenden Schutz der Nutztiere wird auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden gefördert, allerdings nur, wenn die Schafherde mindestens 100 Tiere umfasst. Von Rinder- oder Pferdehaltern zurzeit wird kein wolfsabweisender Grundschutz gefordert.

Notwendig ist der wolfsabweisende Grundschutz in der „Förderkulisse Herdenschutz“, zu der seit der Veröffentlichung des Erlasses am 26. November 2014 neben dem Landkreis Celle auch die Nachbarlandkreise Heidekreis, Gifhorn, Uelzen sowie 14 weitere Landkreise, seit Februar der Kreis Vechta und seit März der Kreis Oldenburg und die Region Hannover zählen.

Dem zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) liegen bisher insgesamt 128 Förderanträge vor, davon zehn aus dem Landkreis Celle. Vier der Celler Anträge waren nicht förderfähig, da sie für Rinder, Pferde, einen Esel sowie Alpakas gestellt wurden. Ein Antrag ruht auf Wunsch des Antragstellers. Vier Anträge wurden bewilligt und die Mittel für Zäune und Zubehör zum Schutz von 600 Schafen ausgezahlt. Ein Antrag befindet sich noch in Bearbeitung.

Von Joachim Gries