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Celle Stadt Optimismus beim Wirtschaftsempfang von Stadt und Landkreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Optimismus beim Wirtschaftsempfang von Stadt und Landkreis Celle
20:34 19.01.2017
Von Michael Ende
Celle Stadt

Sein persönlicher Misserfolg bei der Oberbürgermeisterwahl führte allerdings dazu, dass Mendes Begrüßungsrede zugleich auch ein Abschied von denen wurde, als deren oberster Förderer er sich verstand. Am Ende seiner Ausführungen vor rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bedankte sich der scheidende OB für "die zum Teil gute Zusammenarbeit" und wünschte der Stadt sowie seinem anwesenden Nachfolger Jörg Nigge alles Gute.

Die Celler Bohr- Serviceindustrie befinde sich derzeit im dritten Jahr ihrer "wohl bislang schwersten Wirtschaftskrise", so Mende. Die Ursachen – der lange Zeit niedrige Ölpreis, das Wirtschaftsembargo gegen Russland sowie das lange währende De-facto-Moratorium für Fracking – seien hinreichend bekannt: "Ich hoffe aber sehr, dass die Talsohle mittlerweile erreicht ist. Branchenkenner haben kürzlich aber meiner Wirtschaftsförderung auch zu verstehen gegeben, dass es trotzdem etwa anderthalb bis drei Jahre dauern kann, bis sich diese grundsätzlich positive Entwicklung wieder substanziell in den Auftragsbüchern der örtlichen Zulieferindustrie bemerkbar macht."

Mende wies darauf hin, dass die Unternehmen trotz allen optimistisch seien. So werde etwa für Baker Hughes ein Bauleitplanverfahren angeschoben: "Im Ergebnis werden damit die Voraussetzungen geschaffen, dass das Unternehmen seine Betriebsfläche noch einmal um bis zu fünf Hektar erweitern kann. Für das Unternehmen und damit auch für die Stadt ist dies von großer strategischer Bedeutung. Denn in dem sich anbahnenden Zusammenschluss mit General Electric wird dies im Konzernverbund ein Standortvorteil für den Forschungs- und Entwicklungsbereich von Baker Hughes sein."

Die Energiebranche werde sich weiterentwickeln müssen und neue Produkte und Geschäftsmodelle an den Markt bringen, die sich mit erneuerbaren Energien befassen. Die Celler Wirtschaftsförderung setze auf die nachhaltige Stärkung des Themas Geothermie, die Schaffung weiterer Wirtschaftsnetzwerke sowie den Aufbau von Gründerzentren, so Mende, der sich freute, dass eines der "Zugpferde" sich ordentlich ins Zeug lege: "Barilla investiert etwa 12 Millionen Euro in Celle zum Aufbau einer glutenfreien Knäckebrot-Produktion; das ist die größte Einzelinvestition am Standort seit vielen Jahren."

In der Celler Innenstadt bedürfe es eines "großen Kraftakts", um die City "vital zu erhalten und zu gestalten sowie dem Online-Shopping entgegenzutreten", so Mende: "Es ist keineswegs nur so, dass Traditions-Geschäfte, häufig wegen des Alters der Inhaber und wegen fehlender Betriebsnachfolge, schließen. Es gibt zum Glück auch immer wieder mutige neue Geschäftsinhaber, die Konzepte neu und zeitgemäß interpretieren und an den Markt bringen. Diesen mutigen Menschen gilt unsere Unterstützung.")